Coronoia: Modell-Wahndemie

Ich hab während meiner Jugend und 20er sehr gerne Spiele am PC gezockt; hauptsächlich Aufbaustrategiespiele wie „Die Siedler II“, „Anno“ oder auch Echtzeitstrategie wie bspw. „Age of Empires II“. Man herrschte über eine modellierte Welt. Mit der Zeit erkennt man die Programmstrukturen und verliert dann die Lust, weil man alle möglichen Variationen irgendwann durch hat; man erkennt mit der Zeit den Code der Matrix. Im Grunde basieren „wissenschaftliche“ Modelle wie z. B. beim Wetter, Klima oder auch der Epidemiologie auf dem gleichen Prinzip; man versucht anhand vorhandener Daten, die man in ein Rechenmodell eingibt, die Realität nachzubilden. Die genannten Wissenschaften gehen sogar noch weiter, indem sie die Zukunft vorhersagen wollen.

Dass Prognosen nach Mark Twain besonders schwierig sind, wenn sie die Zukunft betreffen, ist nicht nur eine ironische Redewendung. Wo früher schräge Gestalten in einem dunklen Zelt auf dem Jahrmarkt die Zukunft ihres zahlenden Kundens in ihrer Glaskugel oder in den ausgelegten Karten sahen, deuteten in archaischen Kulturen Medizinmänner noch aus den Eingeweiden bedauernswerter Ziegen oder Hasen, ob die Zukunft Glück oder Leid versprach.

Heute sind wir natürlich auch über das Kaffeesatzlesen hinaus, denn wir haben ja die Technik. Unheimlich leistungsfähige Computer erledigen in Sekundenbruchteilen Abermillionen Rechenschritte – und erwecken so den Eindruck, dass der Mensch es geschafft habe, die Zeit auszutricksen und in die Zukunft zu schauen. Das Problem hierbei ist, dass nicht nur PC-Spiele trotz immer ausgefeilterer Grafik oder immer detaillierter programmierter künstlicher Welten und intelligenter agierender Gegner niemals in der Lage sein werden, die „analoge“ Realität 1:1 nachzubilden oder zu übertreffen.

Woran auch die Klima-Modellierer bis heute immer wieder gescheitert sind, ist ein Modell zu schaffen, welches in der Lage wäre, auch nur die jüngeren erdgeschichtlichen Klimaveränderungen innerhalb eines bereits vergangenen Zeitraums zuverlässig nachzubilden. Das eigentlich spannende interessiert niemanden; wir schauen lieber gebannt auf die (in immer dunkleren Rottönen visualisierten) Berechnungen für die (heiße) Zukunft. Egal, ob die bisherigen Modelle etwas taugten.

Das gilt auch für die Ebene unterhalb der Klima-Modellierung: Den – leider immer noch ziemlich unzuverlässigen – Wettermodellen. Vor einigen Jahren hatte ich das Forum der Wetterzentrale entdeckt, wo wenigstens eine kleine Zahl von Usern versuchte, die Berechnungen zahlreicher Modelle unterschiedlichster Anbieter umfangreicher zu analysieren. Ich entwickelte mit der Zeit hingegen ein zunehmendes Interesse an den soziologischen Vorgängen in diesem Forum; denn im Wesentlichen bestanden 90 % der Postings daraus, das  persönliche Wunschwetter zu hypen. Stets einhergehend mit ordentlich Häme für die Gegenseite; so freute man sich dann auch gerne mal wie ein Schnitzel über 5 Tage Dauerregen bei + 3 °C – Hauptsache, die Winterfans kriegen keinen Schnee.

Am härtesten zur Sache ging es daher auch immer im Winter (vor allem in Richtung Weihnachten); hier lösten dann einige Modellrechnungen (teils mehr als 7, 10 oder 14 Tage voraus) regelmäßig gewaltige Jubelstürme bzw. Katzenjammer auf der einen oder anderen Seite aus. Und das auch gerne mal im 6-Stunden-Rhythmus; ein permanentes Wechselbad der Gefühle. Was ich nun als Beobachter wirklich interessant fand, war, dass diese Menschen aus diesem Ritual selbst offenkundig keinerlei Erkenntnisgewinn zogen – indem sie sich eben selbst die Frage stellen, was diese Aufregung überhaupt wert ist, wenn die Modelle (ich habe hier mal exemplarisch das Diagramm eines französischen Anbieters eines grenznahen Ortes verlinkt) doch eh ständig wild hin- und herschwanken? Und sich hierbei auch gerne mal die Berechnung für den nächsten Tag als fehlerhaft herausstellte. Da kann ich meine Zeit sinnvoller investieren, indem ich Pac Man, Moorhuhn oder Candy Crush spiele.

Man hätte hierzu noch nicht einmal eben jene Modellberechnungen auf ihre Prognosegüte detailliert wissenschaftlich überprüfen müssen; es war für jeden, vor allem den Interessierten, offenkundig dass auch trotz aller Rechenpower sich das Wetter für eine bestimmte Region vielleicht drei bis fünf Tage halbwegs sicher modellieren lässt.

Diese fortwährende, schon fast rituelle Nichthinterfragung von Modellen und Prognosen erkenne ich in den letzten rund 1,5 Jahren tagtäglich wieder. Die große Masse starrt – angetrieben von den Manipulationsmedien – immer nur auf die neuen Berechnungen und Prognosen („Lauterbach warnt …“) – anstatt sich einfach mal nüchtern hinzusetzen – und sich zu vergegenwärtigen, wie unfassbar fehlerhaft die Modelle und Berechnungen in der Vergangenheit waren; man denke da nur an Neil Ferguson vom Imperial College London. Aber wir leben ja leider im postevidenten Zeitalter.

Tja – und nun, im Jahre 2021 lassen wir uns eben weiterhin von „Epidemiologen“ anhand irgendwelcher mathematischer „Modelle“ vorhersagen, wie viele Menschen sich „infizieren“ und wie viele sterben; auch wegen (vorausberechneter?) „faktorenfressender Mutanten„. Dass so ziemlich keine dieser Glaskugeln etwas taugte, habe ich hier durch unzählige Verlinkungen in zahlreichen Beiträgen ja mehr als ausreichend dokumentiert. Besonders lesenswert sind die Twitter-Accounts von @holmenkollin, @FrankfurtZack, @DaFeid sowie vieler weiterer.

Erst neulich wies ich selbst darauf hin, wie bspw. eine andere Branche (die Demographen) uns vor einigen Jahren ebenfalls mittels Kurvendiagrammen Angst vor dem „demographischen Wandel“ und dem Aussterben des deutschen Volkes (der Welt könnte nix besseres passieren) machte. 2021 leben rund 3 Mio. mehr Menschen in Deutschland als es vor rund 15 Jahren vorausberechnet wurde.

Meines Erachtens sind die Menschen vor allem durch die zunehmende Auslagerung des Gehirns auf elektronische Krücken wie z. B. das „Smartphone“ kaum mehr in der Lage, die Techni- und Technokratisierung des Alltags kritisch zu hinterfragen. Computer-Modelle sind und bleiben: Modelle; wie die Spielzeugeisenbahn im Keller von Onkel Herbert oder das Spiel auf dem PC oder der Playstation. Und je mehr Variablen diese Modelle enthalten, desto untauglicher werden sie; vor allem dann, wenn Chaos mit ins Spiel kommt – was bei Wetter und Klima immer der Fall sein wird. Von der notwendigen Datenqualität, mit denen man diese Modelle füttert – Garbage in, Garbage out (GiGo-Prinzip) – fange ich hier gar nicht erst an zu schreiben.

Die Technik wird uns nicht retten. Das gilt bspw. auch für von rechtsabbiegenden Lkw-Fahrern auf „sicheren Radwegen“ zermatschte Radfahrer. Auch hier kann ich den blinden Glauben an technische Einrichtungen, auf die viele Menschen gerne noch mehr von ihrer individuellen Verantwortung abwälzen wollen, einfach nicht nachvollziehen. Wenn der Radfahrer dann trotzdem plattgefahren wurde, dann war halt der Computer schuld; tja, kann man nix machen.


Siehe auch

Corona-Ausschuss 37: Matthias Burchardt (Teil 1/2)


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9 Gedanken zu „Coronoia: Modell-Wahndemie“

  1. Schöner Beitrag! Wichtiger Aspekt! Die Technikgläubigkeit.

    Es werden sogar App’s gegen den Hunger oder gegen Krankheiten entwickelt. Wie absurd. Anstatt für eine gerechte Verteilung von Vermögen und Ressourcen zu sorgen, will man lieber den neuesten heißesten Scheiss verkaufen. Das Prinzip lautet stets: Schaffe Probleme (verdiene daran) und dann die Lösungen dafür (verdiene daran).

    Zum Thema PC-Games. Es ist auch bezeichnend, dass die Entwicklung der KI in Videospielen seit über 30 Jahren kaum eine Entwicklung erfahren hat. Die verhält sich immer noch strunzdämmlich. Und warum? Weil hier kaum investiert wird. Lohnt sich nicht. Kann man marketingtechnisch schwerer verkaufen, als die neue Videospiel-Grafikhure via Trailer. Ergo: Technik hin oder her – es geht nur um den Profit.

    1. Ja, für alles gibt es heute eine „App“; eine proportionale Entwicklung: Je mehr App, desto mehr Depp.

      Es ist auch bezeichnend, dass die Entwicklung der KI in Videospielen seit über 30 Jahren kaum eine Entwicklung erfahren hat.

      Ich denke, das liegt auch an der zunehmenden (durch die Technik induzierten) Verblödung. Ein Computerspiel macht keinen Spaß, wenn man dauernd verliert. 😉

  2. Hey Dennis, Deine Art der Analyse finde ich grossartig ! Viola P. und all die anderen machen ihre Modellier-Arbeit, und die machen sie so, wie sie es gelernt haben. Nur, dass das Ergebnis „ein bisschen“ daneben liegt, die katastrophalen Folgen müssen wir (müssen wir?) ertragen. Als ich vor sehr vielen Jahren „Das Peter-Prinzip“ gelesen habe, war es hoch-spannend und neu für mich, und seit langem erkenne ich allernorts diese Menschen in diversen Positionen. Sie funktionieren, und zwar an der Stelle, wo es gewollt ist, ohne Qualifikation. Schnatterinchen von den Grünen ist auch ein Parade-Beispiel, und die Leute in ihrem Verein klatschen 99,9 x Zustimmung, eigentlich unfassbar, ich hab mich bei ihrer Rede vor Lachen nicht mehr eingekriegt. Übrigens, ich habe alle „Siedler“ von Anfang an mit totaler Begeisterung gespielt (bis ich auf das kaputte Obst umgestiegen bin). Danke für den Artikel !

  3. super gegliederter Artikel und daher eingängig zu lesen, Danke.
    Zum Gaming kann ich mangels Erfahrung nicht viel beitragen, denn ich habe 2000 rum aufgehört damit und PC mehr und mehr als Arbeitsgerät und Bastelei benutzt.
    Mit Commodore 64 (gibt es da was anderes als Spiele… 🙂 … na klar) gestartet, habe ich erst 1996 intensiv die Windows(bluescreen)Technologie erörtert und nebenbei auch Doom II und Quake I gespielt.

    … dann war halt der Computer schuld; tja, kann man nix machen.

    Liest hier jemand (doch noch) Fefe? 😉

    Dankeschön auch für den Swiss Policy Research-Link https://swprs.org/2021/06/16/deutschland-wieviele-hatten-corona/, der mein Covid-Bild mit nur 15% Seroprävalenz im April 2021 kurz ins Wanken brachte. Ich hatte implizit die Frage „Wieviele sind immun gegen Corona?“ angenommen, deren Beantwortung ich (Bauchgefühl:-) oder Berichte (?, die ich gerade nicht mehr finde,) schon nach der ersten Welle bei über 50% sah.
    Die Differenzierung Immunität aufgrund Antikörper vs T-Zellen ist da wohl relevant:
    https://www.mdr.de/wissen/corona-immunitaet-labor-test-t-zellen-100.html
    Den massentauglichen Test gibt’s wohl erst seit Mai/Juni 2021. Hoffen wir, daß der mehr Daten über die Immunität der Bevölkerung liefert. Eine hohe Immunität (aufgrund was auch immer) muss existieren, sonst wären schon in der ersten Welle Frühjahr 2020 während des Hochpunkts der Infektionen gänzlich ohne Maßnahmen viel mehr Menschen ordentlich erkrankt bzw. gestorben.
    Zudem gab es in Ländern ohne Lockdown (Schweden) in der zweiten Welle kein dramatischeres Infektionsgeschehen als in Zeiten starker Grippewellen. Entweder das Virus ist nicht so gefährlich wie es dargestellt wurde oder wir Menschen sind resistenter als es dargestellt wurde.

    1. Hallo Weltebu,

      danke für die Links! Doch ich habe schon seit einiger Zeit den Eindruck, diese »Swiss Policy Research« bzw. »Swiss Propaganda Research«-Seiten drifteten in Richtung »Gegenseite« ab … Der entsteht bei mir dadurch, dass zwischen anderen verlässlichen Quellen und denen immer mehr Diskrepanzen auftreten …

  4. Hallo Dennis,

    danke, mal wieder ein sehr prägnanter Artikel! Ich habe mit Daddeln am Rechner (oder einer Playstation) wenig am Hut, habe nur hin und wieder mal Leuten, meinem Bruder zum Beispiel, dabei zugeschaut. Ist es vielleicht auch eine Frage des Alters? Denke aber, es gibt noch andere Gründe dafür. Immerhin habe ich das ja als Zaungast alles mitbekommen (seit C 64), doch »gezündet« hat es bei mir nicht. Ich staune immer wieder, wie viel Zeit ganz Viele damit verbringen…

    Wir alle, die hier vorbeischauen, leben mehr oder weniger in einer »Realitätsblase«. Der Ausdruck stammt nicht von mir, sondern ich hörte ihn zuerst bei James Corbett (corbettreport.com). Haben zumindest noch »einen Fuß auf dem Boden«, anstatt einer technisch konstruierten Realität mehr zu trauen als dem, was direkt erfahrbar ist. Doch mir scheint, ersteres wird die Zukunft – zumindest so lange, wie all das Zauberspielzeug noch funktioniert: Hurra – willkommen bei der »Reality-App«!

    Wunschdenken ist heute allgegenwärtig, zusammen mit kindlichem Größenwahn. Und auch ich habe einen kindlichen Wunsch: So viel fressen können, wie ich kotzen möchte!

  5. „Meines Erachtens sind die Menschen vor allem durch die zunehmende Auslagerung des Gehirns auf elektronische Krücken wie z. B. das „Smartphone“ kaum mehr in der Lage, die Techni- und Technokratisierung des Alltags kritisch zu hinterfragen. “

    Ich habe in den letzten Jahren der DDR in meiner Ausbildung zum Funkmechaniker beim Thema Arbeitsschutz gelernt, dass Funk bzw elektromagnetische Wellen zur Vergiftung unserer „sozialen Mentalität“ führen (kann). Kurz gesagt werden dadurch die D-Rezeptoren beeinflusst, die für die Produktion des schnellflüchtge Schlüsselhormons „Vitamin“-D aus dem Körperreservoir verantwortlich sind.
    Es findet praktisch eine Vergiftung statt, die zum Verlust von Empathie und übersteigerter Emotionalität führt – ähnlich wie in der Pubertät, die aber nur vorrübergehend und natürlich ist und funktionell zur Loslösung von den Eltern dient.
    Aus diesem Grund gab es im Osten zB keine Mikrowelle zu kaufen – der Grenzwert für EM-Strahlung war um 3 Zehnerpotenzen niedriger und hatte zeitliche Limits pro Tag, damit der Regelmechanismus unseres Körpers damit ohne Schädgung umgehen kann.
    Wer an Details interessiert ist, der sollte sich bei der Kompetenzinitiative den Beitrag des Prof. Karl Hecht raussuchen, der 50 Jahre Chef der Neurologie der Charite war und das recht gut in seiner Grenzwertschrift zusammenfasst.

    Weitere Verstärkung erfährt diese Vergiftung über chemische Prozesse wie zB der Akkumulation in unserem Körper des Plastikweichmachers Bisphenol-A, das wie ein Östrogen auf unser Hormonsystem wirkt und in unserem Alltag sehr vielfältig vorhanden ist. Dazu gibt es noch bis zum 25.6. die arte-Doku „Forschung, Fakes und faule Tricks“ in der Mediathek, die sich hauptsächlich mit Agnosis also Vernebelung der Realität durch die Industrie als Strategie befasst.

    Die Computermodellierungen leiden an mangelnder fluiden Inteligenz, die nicht mittels kristaliner Inteligenz, in der uns jede Rechenmaschine haushoch überlegen ist, wieder wettzumachen ist. Die fluide Inteligenz bezeichnet beim IQ-Test unser Vermögen, auf unvorhersehbare Probleme eine neue Lösung zu finden – im Gegensatz zur kristalinen Inteligenz, die das bereits erlernte Wissen bezeichnet.

    Was wir derzeit in großen Teilen der Gesellschaft beobachten können, ist ein Art religiöser Wahn mit stark sektiererischem Glauben an die Technik, der sich gezielt der Schwachstellen unsere Kognition bedient 🙁

    1. Ja, danke! Genau dieses Betonen der »linkshirnischen« Wahrnehmung (detailversessen, linear, auf bekannte Strukturen zurückgreifend, entweder-oder, restlos und stolz von sich überzeugt sein, …) erleben wir jetzt. Das hat eine längere Vorgeschichte.

      Doch die »rechtshirnische« Wahrnehmung ist heute »das Letzte« (die »fluide«, ganzheitliche, integrierende, offen-neugierige, sowohl als auch, eine gewisse Selbstdistanz/Humor habend, …). Alles, was damit zu tun hat, ist völlig verpönt, ja wird aggressiv abgewehrt. Man »weiß«. Punkt.

      Genau das wird zur Zeit erbarmungslos gegen uns alle verwendet – teils gezielt, teils ergibt es sich, weil es eben der Zeitgeist ist. Und solange wir diese »Schwachstelle unserer Kognition« nicht erkennen und uns ihr stellen, haben wir null Chance, uns dem zu widersetzen.

  6. Exzellent analysiert! – Ich bin auf YouTube vor kurzem auf einen Vortrag des Klimatologen Werner Kirstein aus dem Jahr 2015 gestoßen, in dem dieser in einem Schaubild zwischen „normaler“ und „post-normaler“ Wissenschaft unterschieden hatte. In der Methode würden sich „normale“ und postnormale“ Wissenschaft wie folgt unterscheiden: Während die „normale“ Wissenschaft *zuerst* versuchen würde, Erkenntnisse zu gewinnen, um diese dann der Gesellschaft inclusive der Politik zur Verfügung zu stellen, verhält es sich laut Kirstein bei der „postnormalen“ Wissenschaft genau umgekehrt. Bei letztgenannter Wissenschaft würde die Politik im Vordergrund stehen, der die Wissenschaft als Hilfsmittel diente.
    Beide Wissenschaftsformen würde auch unterschiedliche Mittel wählen: Die „normale“ Wissenschaft würde sich aufs Messen beschränken, während die „postnormale“ Wissenschaft Ängste schüren und eine pseudoreligiöse Dogmatik etablieren wollte…! Das kommt einem im Jahre 2 nach Corona doch irgendwie bekannt vor, oder?
    Ich persönlich nenne die „neue“ Wissenschaft bevorzugt „magische“ Wissenschaft. Ich vergleiche sie gern mit dem Orakel von Delphi: Man bringt dem Orakel irgendwelche Opfertiere dar und bekommt – je nach Umfang des Opfers – ein Resultat geliefert, das man haben wollte. Heutzutage spielen Computer die Rolle des Orakels: Man bastelt irgendwelche Algorithmen zusammen und/ oder gibt ausgewählte(!) Daten hinein, und dann spukt das Gerät ein entsprechendes Ergebnis aus…

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