Coronoia: Spätpandemische Dekadenz

Der verstorbene Guido Westerwelle (FDP) wird vor allem bei Twitter wegen eines Ausschnitts aus irgendeiner einstmals gehaltenen Rede als Vorkämpfer für die „Freiheit“ hochstilisiert. Man soll ja über Tote nichts Schlechtes sagen – aber Westerwelles „Freiheit“ war vor allem jene, seiner Klientel (Finanz, Großindustrie und Freiberuflern) vor allem durch Steuersenkungen und Abbau des Sozialstaats, sowie der Rechte von Lohnabhängigen noch mehr Kohle und Macht zuzuschanzen. In der umgekehrten Richtung warf er den ärmsten der Armen, vor allem den von der brutalen Hartz-IV-Politik Betroffenen, im Jahr 2010 gar „spätrömische Dekadenz“ vor; selbst diese menschenunwürdige Armenverwaltung könne und dürfe der Staat sich nicht mehr leisten. Nun denn; wenn ich mir den ganzen Corona-Bullshit vergegenwärtige, denke ich auch immer an diesen Begriff: Dekadenz.

Dekadenz wird im Duden folgendermaßen definiert:

kultureller Niedergang mit typischen Entartungserscheinungen in den Lebensgewohnheiten und Lebensansprüchen; Verfall, Entartung

Na, das passt doch meiner Meinung nach wie die Filtertüte auf das Gesicht eines coronoiden Booster-Junkies. Und auf die massiv beschleunigten Entwicklungen, die wir in den letzten beiden Jahren erleben mussten. Wie beinahe die gesamte Population westlicher Industriestaaten aufgrund einer von den Medien erzeugten Massenpsychose einem vollständigen Mentizid zum Opfer fällt.

Nun mag ich auch die „alte Normalität“ gerade wegen Menschen wie Westerwelle in keinster Weise als einen erstrebenswerten Zustand verklären. Wie gesagt; mein Ausstieg aus der „Gesellschaft“ erfolgte um 2010 herum, etwa in der Mitte meines missratenen Beamtenstudiums. Ich hatte all das Böse, welches die allermeisten Menschen hinter einer Maske von oberflächlicher Freundlich- und Nettigkeit verbargen, eigentlich schon immer (seit meiner Kindheit) gesehen. Ich fühlte mich wie der Protagonist im Film „Sie leben„, nur, dass ich, um deren wahres Äußeres bzw. ihren Charakter sehen zu können, keine Brille benötigte.

Wir lebten bereits lange vor 2020 in einer von Geist, Humanismus und Philosophie weitestgehend gesäuberten und befreiten Welt. Wir versanken zunehmend im morastigen Abgrund medialer und politischer Massenverblödung, welche Thomas Wieczorek bereits in seinem im Jahr 2009 erschienen Buch „Die verblödete Republik“, aus welchem ich hier bereits mehrfach zitiert habe, anhand unzähliger Beispiele mehr als hinreichend belegt hat. Nach mindestens 30 Jahren Privatfernsehen und Neoliberalismus blieb eben nicht mehr viel übrig, von dem, was früher einmal „Gesellschaft“ genannt wurde. Einer der berühmtesten Sprüche der britischen Hexe des Neoliberalismus, Margaret Thatcher, lautet bekanntermaßen:

There’s no such thing as society.

Spätestens mit dem globalen Corona-Putsch der Davoser Eliten im März 2020 wurde dies überdeutlich; darüber täuscht auch keine orwell’sche, sich vors Gesicht geschnallte Pervertierung des Begriffs „Solidarität“ mehr drüber hinweg. Als man denjenigen, sich vor einem vermeintlichen Todesvirus Fürchtenden die ideale Ausrede dafür gab, ihre ur-egoistische Angst vor Krankheit und Tod hinter einem allen aufgenötigten Gessler-Maulkorb zu verstecken.

Ich muss auch immer zynisch lächeln, wenn ich die regelmäßigen Aufrufe, „wir“ dürften uns „nicht spalten lassen“ vernehme. Wer ist da bitteschön „wir“? Leute, da war schon lange nix mehr, was man noch hätte „spalten“ können. Wir alle „lebten“ hier – nach mindestens 30 Jahren „Teile und Herrsche“ – bereits in einer komplett fragmentierten, entsolidarisierten, atomisierten Ungesellschaft im Sinne Thatchers. In der quasi nichts mehr miteinander „verwachsen“ war. Jegliche humanistischen Ideale wurden auf dem Altar der Profitmaximierung, der Privatisierung und Ökonomisierung geopfert. Und das Wenige, was noch da war, wurde mit Schminke massiv aufgehübscht.

Der auf maximalen Eigennutz konditionierte homo oeconomicus hat zunehmend jeden als seinen Konkurrenten (um Job, Frau, Aufmerksamkeit, Auto, Haus, Boot, Urlaub et cetera) betrachtet; die Eliten hatten eine vollkommen unmenschliche „Wettbewerbsgesellschaft“ errichtet, in der nur noch der Ellenbogen zählte. „Wenn jeder nur an sich denkt, ist an alle gedacht.“ Oder: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Nun ist eben sogar jeder Mitmensch nicht mehr nur ein potenzieller Konkurrent, sondern auch ein Gefährder, ein potenzieller Totatmer.

Man muss sich dabei auch vergegenwärtigen, dass der Corona-Wahn fast nur in den westlich geprägten Industrienationen eine größere Rolle spielt. Also in jenen Regionen, in denen die allermeisten Menschen in den letzten 50 Jahren noch nie einen Krieg, eine größere Natur- oder Wirtschaftskatastrophe erlebt haben; die in dieser Hinsicht nicht mehr „geerdet“ sind. In denen vor allem auch der Tod kein Teil des natürlichen Lebens, sondern ein verdrängtes Tabu ist.

Man hatte sich an die „Freiheit“ (für die man auch selber niemals kämpfen musste) gewöhnt; zumindest an den Rest an Freiheiten, die die dem 11. September 2001 folgenden „Maßnahmen“ (wie den „Patriot Act“) noch überlebt hatten. Man litt, trotz Menschenvernichtungsprogrammen wie Hartz IV, in der Masse nie Hunger. War immer noch, zumindest oberflächlich und im kleineren Kreis, wie Familie, Job oder im Verein, Teil einer kleineren oder größeren Gemeinschaft.

Man konnte sich, wenn auch oftmals nur auf Pump, die üblichen Statussymbole leisten: Wohnung, Auto, Urlaub. Am Wochenende ging es ins Stadion, um den modernen (äußest gut bezahlten) Gladiatoren zuzujubeln. Oder man konsumierte die unterschiedlichsten Angebote im Bereich der Kultur. Man rannte sein ganzes Erwerbsleben fleißig und brav im Hamsterrad, ohne Fragen zu stellen oder Widerworte zu geben.

Und wenn man mal überhaupt so etwas wie „Neid“ entwickelte, dann richtete der sich in aller Regel nie nach oben, sondern immer nur nach unten. Man erinnere nur kurz an die medialen und politischen Hetz-Kampagnen über das faule Arbeitslosen-Pack, welche der Einführung von Hartz IV vorausgingen. Oder an jene gegen „die Pleite-Griechen“. Oder an die uns (wegen zwei Prozent Rentenerhöhung) alle die Haare vom Kopf fressenden Rentner, die dann später zu Umweltsäuen mutierten. Um wiederum kurze Zeit später unsere uneingeschränkte „Solidarität“ genießen zu dürfen.

Wie gesagt; man nahm das, was einem an „Freiheit“ gewährt wurde, so hin. Ich redete mir bereits in meinen 20ern den Mund fusselig; dass wir eben nicht „frei“ sind. Aber schon damals bekam ich nur zu hören, dass ich „zu negativ“ sei. Vieles „zu kritisch“ sähe. Dass es woanders ja schließlich viel schlechter sei, als hier. Ja, das stimmt. Woanders ist es schlechter. Diese Menschen haben meist eher andere Probleme, als sich morgens um 4 Uhr mit dem Klappstuhl vor den apple-Store zu setzen, um sich das neueste „iPhone“ zu krallen. Oder stundenlang Netflix und Co. zu glotzen. Beim „shoppen gehen“ irgendwelchen Mist zu kaufen, den niemand wirklich braucht. Die keinen Nervenzusammenbruch kriegen, wenn das Internet mal einen Tag lang ausfällt.

Diese Menschen haben noch echte Probleme; sind nicht komplett von der Natur und vom Leben an sich entfremdet. Sie können sich angesichts des alltäglichen Überlebenskampfes den dekadenten Luxus, sich – wie der achso überlegene Europäer oder Nordamerikaner – in einer vollkommen geistesgestörten Weise vor einem Schnupfenvirus die Hosen einzuscheißen, nicht leisten. Die bittere Tragik liegt allerdings auch darin, dass sich gerade deren beschissene Situation durch die Psychose dekadenter westlicher Spießbürger noch weiter verschlechtert.

Wie hatte Dieter Hildebrandt mal den Begriff „Lebensqualität“ definiert?

Lebensqualität ist, sich Dinge zu kaufen, die man nicht braucht. Mit Geld, das man nicht hat. Um damit Leuten zu imponieren, die man nicht leiden kann.

Ja, da steckt im Grunde bereits alles drin. Wisst ihr, ich vermisse deshalb im Grunde gar nichts. Auch nicht das, wovon viele „Ungeimpfte“ jetzt ausgeschlossen sind. Erst einmal hatte ich quasi eh nicht das Geld, überteuerte gastronomische oder kulturelle Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Und selbst wenn ich es hatte, wollte ich es meist nicht. Nein, es war ja eh fast alles nur derselbe rituelle, distinktive Bullshit: „Seht her, wir können es uns leisten, beim teuren Italiener zu speisen. Sieh her, ich kaufe mir jedes Jahr ein neues Rennrad. Oder alle drei Jahre ein neues Auto; weil ich es mir leisten kann. Schau, ich hab ein 150-Euro-Ticket für das Rage-Against-the-Machine-Konzert.“

Aber zurück zur „spätrömischen Dekadenz“: Die Bevölkerung des römischen Reiches war an dessen Ende im Wesentlichen wohl in einem vergleichbaren Maße degeneriert, wie die westlichen Bevölkerungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Anfang 2020 wurde dann der „Booster“ gezündet, um diese schon seit Jahrzehnten anhaltende Entwicklung massiv zu beschleunigen. Wir erleben um uns herum eine komplett zu stupiden Herdentieren degenerierte Masse aus Menschen, die über keinerlei eigene Mitte, keinen eigenen Willen, keinen Lebenssinn, keine politische Persönlichkeit, keine roten Linien, keine individuelle und soziale Resilienz verfügt, um sich gegen totalitäre, den letzten Rest an „Gesellschaft“ sprengende Entwicklungen in irgendeiner Weise aufzulehnen. Nein; sie sind davon auch noch regelrecht begeistert.

„Aber wir haben doch eine Pandemie!“ Diese binäre Ausrede, das eigene Hirn ausschalten zu dürfen, reicht den allermeisten Menschen aus, um, trotz aller nachgewiesenen und für jeden Dreijährigen sofort erkennbaren Lügen, selbst die absurdesten und faschistischsten „Regeln„, inklusive einer völligen Ausgrenzung weiter Teile der Bevölkerung aus dem gesellschaftlichen Leben zu verteidigen. Solange man sie noch mit ihrem Konsummüll versorgt, ihnen ein Hamsterrad zur Verfügung stellt, in welchem sie ohne nachzudenken rennen können – und solange sie immer einen haben, auf den sie herabsehen und -spucken können (derzeit sind es die „Ungeimpften“) – solange ist alles in Ordnung.

Es hätte schon vor mehr als 10 Jahren keinen passenderen und ironischeren Beleg für das Versinken einer Kultur und deren „Eliten“ in „spätrömischer Dekadenz“ geben können, als einen Westerwelle, der ausschließlich den „Verlierern“ dieses kalten und menschenfeindlichen Systems „spätrömische Dekadenz“ attestiert.

Eine solche „Kultur“ bzw. „Gesellschaft“ hat sich ihren Untergang wahrlich verdient. Da ist meiner Meinung nach auch nichts mehr zu reparieren. Es bedarf wohl wirklich wieder einer Tabula rasa.


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5 Gedanken zu „Coronoia: Spätpandemische Dekadenz“

  1. Hallo Dennis,

    danke – das hast Du für mich gut auf den Punkt gebracht! Seit mindestens vierzig Jahren wird auf mehreren Ebenen daran »gearbeitet«, uns allen eine »linkshirnisch«-neoliberale Weltsicht zu verpassen. Das ist leider bei den allermeisten gelungen, und sie fühlen sich sauwohl dabei: Lauter atomisierte Menschen, »no such thing as society«, die zwar nach außen jovial einen auf Gemeinschaft machen, insgeheim aber in einem Dauerkonkurrenz- und -Optimierungsmodus gegeneinander leben.

    Der wirkliche Geniestreich dabei ist aber, dass sich die Menschen dadurch ermächtigt fühlen anstatt versklavt. Das ist absolut perfekt! Glückliche Sklaven werden nicht nur alles mitmachen, was man von ihnen verlangt – sie werden es auch als ihre eigene Leistung und eigenen Verdienst ansehen und stolz darauf sein. Und sie werden sich wie in Trance restlos von sich überzeugt, debil lächelnd und auf ihre Smartphones starrend zum Schlachthof begeben, wenn das »angesagt« ist.

    Der Spruch aus »1984« »Ignoranz ist Stärke« hat sich zu trauriger Realität entwickelt. Wobei »Ignoranz« hier für mich eine allgemeine Grundhaltung widerspiegelt – will heißen, einen Bewusstseinszustand. Einen Bewusstseinszustand, der als Kompetenz und Allmacht empfunden wird: Heute fragt man nicht mehr. Heute weiß man. Doch ich wiederhole mich …

    1. Der wirkliche Geniestreich dabei ist aber, dass sich die Menschen dadurch ermächtigt fühlen anstatt versklavt.

      Der Blockwart ist in der genetischen Struktur des Michels halt sehr tief verwurzelt. Solange sie andere zurechtweisen können, rückt die eigene Minderwertigkeit wenigstens für einen Moment in den Hintergrund. Ich schau mir gerade die 3. Staffel von „The Handmaid’s Tale“ an. Wir haben hier inzwischen ein ähnliches Maß von „sozialer Kontrolle“ erreicht.

      Als ich Letztens vorm Gehege stand, fand ich übrigens gerade die Sache mit den „Smartphones“ am gruseligsten. Es sträubt sich alles in mir, wenn ich diesen in meinen Augen zutiefst dehumanistischen und technokratischen „Vorgang“ beobachte.

  2. @D. S. Ich teile die Beobachtungen zum Zerfall des Zusammenhalts, zum neoliberalen Leistungswahn und zum Erodieren der Gesellschaft in den letzten 25 Jahren.

    Die Frage ist: Wie wollen wir, die klar sehen können, was abläuft, damit umgehen?
    Wir leiden wie die Hunde unter dem Zerfall von Werten, unter dem Auslöschen des Miteinanders, unter den Lügen und dem Dilletantismus. Auch wenn wir uns versuchen, davon freizumachen und uns sagen, dass wir keinen Wert drauf legen würden.

    Wenn unser Ziel es ist, in Würde unter aufrechten Menschen zu leben, aber um uns herum größtenteils die Apokalypse stattfindet, was sollten wir tun?

    Wieso investieren wir unsere Energie nicht dort hin, um ein lebenswertes Leben zu ermöglichen? Wie könnte das im Kleinen aussehen, bis im Großen vielleicht irgendwann die Grundrechte wieder allen gewährt werden (falls es jemals dazu kommen wird)? Ich gebe zu, dass es mir wichtig ist, möglichst das zu leben, was ich anstrebe und nicht das, was ich hasse. Ich möchte nicht so elendig leiden und unter der Spaltung der Gesellschaft und der ganzen Hetze, der Abhängigkeit der Gerichte, der Denunziation leide ich so sehr, dass ich immer häufiger an Suizid denke. Wie könnte man mit weniger Leid weiterleben? Nicht in ein paar Wochen oder Monaten, sondern ab der nächsten Sekunde?

    Ist Exil die beste Lösung? Wie findet man die Kraft dafür? Nicht gegen den Irrsinn ankämpfen, sondern für sich selbst das Beste rausholen. Wir dürfen es. Wir sind es uns selbst schuldig, auch wenn uns die Gesellschaft was anderes einreden will. Wenn wir sterben, werden wir nur vor uns selbst Rechenschaft ablegen müssen.

    1. Nunja, ich habe das jetzt rund 10 Jahre lang versucht; mich all dem Irrsinn „einfach“ zu verweigern. Ich habe auf das verzichtet, dessen Verlust sehr viele gerade befürchten und betrauern. In all den Jahren fand ich überhaupt keine „Mitstreiter“ oder Gleichgesinnte, die innerhalb des Systems eine Alternative schaffen wollten. Die allgegenwärtigen Strukturen, die „normative Kraft des Faktischen“ macht am Ende (fast) alle wieder zu Systemlingen, selbst ehemalige Revoluzzer fordern inzw. die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und antikapitalistischer Weltrevolution. Auch da könnte man wieder Thatcher zitieren: „There is no alternative“.

      Und das stimmt auch; je repressiver das dich umgebende System wird, umso kleiner sind die „Schlupflöcher“, in die du dich noch (halbwegs) zurückziehen kannst.

      Böttchers Idee mit dem einen, aus der BRD dann austretenden Bundesland fände ich noch am sympathischsten. Wie realistisch jene ist, kannst du dir ja selber ausrechnen. Ich hab es hier ja immer wieder geschrieben: Ich will kein Teil einer zutiefst bösartigen und faschistischen „Gesellschaft“ sein. Und mir geht es so eben nicht erst seit März 2020.

      Ja, ich bin wirklich kein Mutmacher. Weil ich sehe, dass selbst jetzt, an dem Punkt, den wir erreicht haben, die allermeisten Menschen sich immer noch davor scheuen, sich „einfach“ zu verweigern. Wenn diese „Gesellschaft“ meint, sie könnte auf uns verzichten – warum tun wir das dann nicht einfach? Ich bin mir sicher, in diesem Land würde in einer Woche das totale Chaos ausbrechen, wenn wir das „einfach“ mal tun würden. Dazu fehlt uns – vor allem nach 30 Jahren Neoliberalismus – einfach jeder Ansatz eines Klassenbewusstseins.

      1. zur verweigerung gehört es, die eigene unterdrückung zu spüren. nur, auch das spüren ist ja auch systematisch abtrainiert worden.
        die perfide macht-über-strategie der herrschenden scheint erfolgreich zu sein. doch erfolg aus der perspektive eines verrotteten systems ist m.e. nicht gleichzusetzen mit „sieg“.
        was mir ganz wichtig erscheint ist, dass weiter zusammenhänge benannt und aufgeklärt wird. und das geht nur, wie wir bisher auch erfolgreich gezeigt haben, nur gemeinsam. und dazu gehört es, in der sache kritisch und streitbar zu bleiben, aber möglichst ohne abwertung und ausgrenzung zu agieren. wobei es für mich hierbei eine grenze gibt: mit menschen, die meinen, sich politischen programmen anschließen zu müssen, die auf abwertung und ausschluss basieren, diskutiere und höre ich weniger lange zu. die gewonnene zeit widme ich lieber konstruktiv politisch weniger versierten. ich meine, es ist wichtig, die „opfer“ der agena nicht zu verhöhnen, sich nicht über sie zu stellen sondern sich mit ihnen gemein zu machen, sie zu unterstützen und sich mit ihnen zu solidarisieren.

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