Coronoia: Falsches Lob

Sage mir, wer dich lobt und ich sage dir, worin dein Fehler besteht.

Lenin. Ich weiß, ich mache mich damit noch unbeliebter, als ich es eh schon bin, aber ein Artikel in der Pirmasenser Zeitung vom 4. Januar (nicht online einsehbar) bestätigt genau das, was ich befürchtet habe: Eine sich für die Rechtsprechung nicht interessierende, willkürliche Stadtverwaltung führt die Menschen regelrecht vor, zwingt sie ohne jede medizinische Evidenz, sich einen Gessler-Maulkorb vors Gesicht zu schnallen – und die beklatschen das auch noch!

Ja, ich bin „radikal„. Ich (als ehemaliger Beamter) bin derart tief im Boden von Rechtsstaatlichkeit, Selbstbestimmung und Menschenwürde verwurzelt, dass ich mir eine unverschämte Übergriffkeit von Seiten einer vollkommen willkürlichen Verwaltung, einen Eingriff in mein Menschenrecht auf freie Atmung, als auch den Missbrauch meines Gesichts zur Pandemie-Propaganda niemals werde gefallen lassen. Auch wenn das bedeutet, dass ich nie mehr in meinem Leben einen Supermarkt werde betreten können. Der Gessler-Maulkorb war ein Platzhalter für all das, was später kam. Nichts davon wäre eingetreten, wenn ihr bereits hier eine rote Linie gezogen hättet. Inzwischen lasst ihr euch auch noch täglich ein krebserregendes Stäbchen ins Hirn rammen, um weiterhin eurer Lohnsklaverei nachgehen zu „dürfen“.

Er ist eben nicht nur eine „Kleinigkeit“, ein „geringer Eingriff“, an der bzw. dem ich mich angeblich „abarbeite“. Er ist eines der perversesten und umfassendsten Machtinstrumente, derer sich die Regierungen jemals bedient haben. Wer sich dieses Scheißding schon seit über 1,5 Jahren überall, sogar unter freiem Himmel aufnötigen lässt, ist kein „Widerständler“, sondern ein artiger Untertan, der bereit ist, alles mit sich machen zu lassen. Er lässt sich gar öffentlich dressieren, demütigen und von der Lokalpolitik, als auch der Polizei vorführen.

In der PZ wird berichtet, dass Oberbürgermeister Zwick auf dem Exerzierplatz eine kurze Rede hielt, dessen Verwaltung meinen Einwand, dass das AG Garmisch-Partenkirchen bereits im August 2021 ein mehr als gut begründetes und passendes Urteil zur „Maskenpflicht“ unter freiem Himmel fällte, einfach ignorierte. Mit vor Ort waren u. a. auch der für die „Allgemeinverfügung“ verantwortlich zeichnende Bürgermeister Maas (ein Beispiel für dessen Interesse an einer sachlichen Rechtsdiskussion; wer von seiner willkürlich agierenden Verwaltung rechtlich stichhaltige Begründungen für Verkehrsverbote einfordert, dem wird ein Gesprächsabbruch angedroht) und der Beigeordnete Clauer (ehem. Polizist). Die PZ zitierte Zwick folgendermaßen:

Wir respektieren ihr Versammlungsrecht und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung. Und wir nehmen auch ihre Wahrnehmung rund um die Pandemie sehr ernst.

„Einzig das Aufziehen einer Maske sei Pflicht“ – schreibt die PZ. Warum diese „Pflicht“ bestehe, schreibt sie allerdings nicht. Zwick weiter:

Bitte respektieren Sie aber auch Ordnungsamt und Polizei und befolgen Sie deren Anweisung. Wir wollen, dass alles friedlich und ohne Gewalt bleibt.

Was mich nun völlig fassungslos macht, ist, dass die Maulkorbsklaven sich auch noch per Applaus dafür bedanken, dass sie (m. M. n.) von einem Amtsträger zur Begehung einer Straftat aufgefordert und von diesem wissentlich schikaniert bzw. genötigt werden. Der Leiter der örtlichen Polizeiinspektion (Antes) zeigt sich ebenfalls begeistert davon, dass die Schafe brav den Gesslerhut gegrüßt haben. Lediglich etwa 10 % hätten sich den Weisungen des Landvogts verweigert, weshalb Frießhardt und Kollegen von Vorsatz ausgehen und deshalb beim Bußgeld ein „höherer Satz“ zu erwarten sei. Vom sofortigen Vollzug der Prügelstrafe wurde im Gegensatz zum letzten Mal immerhin abgesehen; ebenfalls mussten die Delinquenten keinen Apfel vom Kopf ihres Kindes schießen.

Nochmal: Weder Stadtverwaltung, noch Polizei können die Feststellung des AG Garmisch-Partenkirchen durch irgendeine Evidenz widerlegen. Und belästigen trotzdem wissentlich unschuldige Bürger. Das ist in meinen Augen vorsätzliche Nötigung und Verfolgung Unschuldiger im Amt. Die PZ zitiert Antes:

90 Prozent der Teilnehmer hielten von sich aus die Maskenpflicht ein. Die meisten Personen zeigten sich einsichtig und setzten ihren Schutz nach einer Ansprache auf.

Das einzige, wovor dieses Ding „schützt“, ist, von ihren Eid aufs Grundgesetz vergessen habenden Bütteln belästigt zu werden.

Wisst ihr, wem gegenüber ihr braven und artigen Maulkorbträger unsolidarisch wart? Genau, gegenüber jenen 10 %, die sich nicht einer vollkommen willkürlichen, nur zur öffentlichen Zurschaustellung von Untertänigkeit dienen sollenden Schikane unterwarfen, um „spazieren“ zu gehen. Und denen, die zuhause blieben, weil sie keinen Bock darauf hatten, sich in mehrfacher Hinsicht der Willkür eines kriminellen und oftmals gewalttätigen Polizeistaats auszusetzen. Die Pirmasenser „Spaziergänge“ sind für mich in dieser Form tot. Das ist kein Widerstand, das ist eingehegte, unterworfene, kontrollierte Opposition – in wahrsten Sinne des Wortes.

Dieses System hat euch schon so sehr an eure neuen Ketten gewöhnt, dass ihr sie gar nicht mehr als solche wahrnehmen könnt. Bedauerlich. Wenn ich eine Gruppe von Maulkorbträgern durch die Stadt ziehen sehe, dann gehe ich eher davon aus, dass das die „durchgeimpfte“ Transatlantifa ist.

Ja, werft mir wieder „Spaltung“ vor. Die einzigen, die hier „spalten“ sind jene, die sich weiterhin diesem totalitären Staat unterwerfen; indem sie seine willkürlichen „Regeln“ beachten.


Siehe auch

Coronoia: Selbstachtung?

Coronoia: Stadt Pirmasens kassiert ab

17 Gedanken zu „Coronoia: Falsches Lob“

  1. Dieses Maulkorbtragen an der frischen Luft war in meinem Ort (ich wohne östlich vom Westen) noch nie ein Thema, außer bei den chinesischen Studenten. Bei den Demos am Montag, die übrigens Woche für Woche mehr werden, hat niemand dieses Pandemiesymbol auf.

    1. Das ist nach meinen Beobachtungen auch fast überall so; da wäre ein Verbot (das VG Neustadt ist da – wie generell – voll auf Linie) ehrlicher gewesen. So haben m. E. auch jene, die sich daran gehalten haben, nebenbei auch konkludent zugestimmt, dass sie (als Spaziergänger) dem Versammlungsrecht unterliegen (was ich bestreite). Auf jeden Fall – meiner Meinung nach – die im Ergebnis mieseste Variante von allen.

      Niemand hat das Recht zu gehorchen.

      Hannah Arendt.

        1. Hast du das von den Fuckdacheggahs gelernt? 😛

          Das Zitat ist nicht „falsch“, es gibt genau das wieder, was Arendt damit zum Ausdruck bringen will. Und niemand hat das Recht, einen Maulkorb zu tragen – und damit jenen, die es nicht tun, in den Rücken zu fallen. Sie damit quasi den Eichmännern zum Fraß vorzuwerfen; „den Letzten beißen die Hunde“.

  2. Danke.
    gestern abend: Polizei – Einsatzleiter – (Niedersachsen) erklärt die wartenden Menschen am Rathaus einfach zur „Versammlung“ und erläutert die Grundregel: FFP-Maske auf!
    Darauf brachen die Spaziergängerinnen einfach auf und gingen spazieren, fast alle unmaskiert. Brillen suchen …

    1. In Pirmasens machen sie das ja durchaus auch relativ clever, indem sie sich vom „Versammlungsort“ eher fernhalten, aber dann recht bald zum Spaziergang hinzustoßen. Ich hab das gestern auch auf der Webcam beobachtet. Das wird vermutlich auch der Grund sein, warum vor einer Woche keiner, mit dem ich mich darüber unterhielt, sagen konnte, wer hier überhaupt eine Maulkorbpflicht angeordnet haben soll. Was die Bullerei dann natürlich nicht davon abhielt, die Leute zu nötigen.

  3. Mal wieder exakt auf den Punkt gebracht! Eine Totalrasur ohne Einseifen – und kaum einer hat´s gemerkt. Der Gessler würde seinen Hut vor dir ziehen :-))

    1. Wenn ich eine Armbrust hätte, dürftest du Tell zu mir sagen. 😉 Mir fällt da auch noch ein anderes Zitat von Erich Kästner ein:

      Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.

  4. Der Widerstand wird immer kreativer. Und das ist wichtig! In Berlin haben sie die Spaziergänge in einigen Bezirken auch zu Versammlungen erklärt und damit Maskenpflicht angeordnet. Dann gab es eben gemeinsame Radtouren und Autokorsos. 😉

    Man könnte die Masken im Notfall auch bemalen oder mit Schriftzügen versehen. Mir fällt da vieles ein.

    1. „Ken Jebsen“ verkauft sogar welche, ganz kommerziell in seine Shop…ist wirklich eine tolle Idee… Meine Fresse, ich kann leider in m,einem Alter nicht mehr so viel fressen, wie ich kotzen müßte…

      1. Frag mal Dirk Pohlmann, ob er dir sein silbernes Brechbecherchen ausleiht? 😉 Ich stell es mir übrigens ziemlich eklig vor, mit Maulkorb vor der Schnauze kotzen zu müssen; das quillt doch dann doch an allen Seiten, also auch nach oben raus?

        Solche Sachen wie Autokorsos hatten wir ja alles schon. Hat auch nix genützt.

  5. „90 Prozent der Teilnehmer hielten von sich aus die Maskenpflicht ein. Die meisten Personen zeigten sich einsichtig und setzten ihren Schutz nach einer Ansprache auf.“

    Das einzige, wovor dieses Ding „schützt“, ist, von ihren Eid aufs Grundgesetz vergessen habenden Bütteln belästigt zu werden

    <— Manche Menschen sind einfach klüger als du und taktieren, um ihre Ziele zu erreichen. Du bist lieber stur und zerbrichst an dir selbst, als deine Ziele zu erreichen. Jedem das seine.

    1. Was genau ist denn eure Taktik? Und was sind eure Ziele?

      Verzeih mir, dass ich darin, sich willkürlichen „Regeln“ zu unterwerfen, als „einsichtig“ gelobt zu werden, keine „Klugheit“ zu erkennen mag. Erleuchte mich!


      Nachtrag:

      Zu sehen, was recht ist, und es gegen seine Einsicht nicht tun, ist Mangel an Mut.

      Konfuzius.

    2. Ah, Mitläufer, die dem „Führer“ die Hand entgegen recken, bezeichnest du als „klug und taktierend“.
      Die wenigen die dagegen stehen, definierst du um zu „Sturen die an sich zerbrechen“. Schläge unter die Gürtelline sind bei dir „Nadelstiche“. Gibst du Kurse in Neusprech?
      Kopfschüttel

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