Coronoia: Trampen in Coronazeiten

Ein Gastbeitrag von Weltebu.

Die Erfüllung eines Baustellenmithilfegesuchs meines Vaters machte vier Tage vor Weihnachten 2021 die Überstellung meines Körpers an einen 200 km entfernten Ort notwendig. Aus Erfahrung ist der ÖPNV ein NoGo geworden, zumindest nicht, wenn man halbwegs zuverlässig ankommen will und keine Böcke auf Wiederholung der erlebten Willkür und Scherereien hat.

Zu Silvester 2020 bei der Fahrt zu Freunden wurde mir von einer wortbrechenden Zugbegleiterin die Bundespolizei auf den Hals gehetzt und ich bin aus der Bahn genötigt/geleitet worden. Resultat: eine Stunde verspätete Ankunft bei den Freunden und OWi-Papierkram. Und gestern der Gipfel: Polizist K. beschlagnahmt mein 2021 erworbenes ärztliches Attest zur MNB-Befreiung, da es mutmaßlich gefälscht sei und noch gipfeliger: Trotz meines Verlangens stellte er mir keine Quittung aus, da er kein passendes Formular dabei hatte. Mein Vorschlag, ohne Formular eine Quittung auf ein weißes Blatt zu tätigen, fand er weder gut noch von Nöten, da er die Quittung auch Nachreichen könne. Sachdienliche Rechtslagen-Infos sind willkommen.

Also, Daumen und Tramperschild eingepackt und frohen Mutes vier Stunden vor Dämmerungseinbruch zur passenden Autobahnauffahrt geeilt. Trotz Sonne war es halbwegs frostig, und auch das Trampermitnahmeklima war es heute: Knapp eine Stunde niemand willig anzuhalten und Mitnahme anzubieten. Das freundlich-mitleidige-tut-mir-leid-Gestikulieren der „Regionalverkehrer“ war neben den Sonnestrahlen ins Gesicht noch das Erbaulichste. Erfahrungs- und erzählungsgemäß ist das loskommen per Daumen der schwierigste Tramperpart, aber wenn man erst mal auf der Autobahn ist und zur passenden Weiterfahrt ein „Anhalterwechsel“ ansteht, ist dies auf Rastplätzen ein wesentlich erfolgreicheres Unterfangen, da ein direktes Ansprechen die Mitnahmebereitschaft deutlich steigert.

Sind die Menschen vom Coronapanikalarm der Lügenpresse wirklich noch mehr verängstigt als vom weitverbreiteten Bild des boshaft-verbrecherischen Trampers?

Zwei französischsprachige Erdenbürger erbarmten sich schließlich und nahmen mich in ihrem untermotorisierten und eine Seitenscheibe durch Plastikfolie ersetzten Vehikel die erste Etappe mit. Atmosphäre rauchig. google-translate half bei komplexerem Informationsaustausch. Vor dem Dreieck Leonberg wurde ich von den sich als leicht zwielichtig entpuppenden Gestalten auf meinen Wunsch hin, mich auf dem letztmöglichen Rastplatz bevor sie die Autobahn in Richtung Stuttgart verließen, abgesetzt. Wie zuvor erläutert, sollte das Weiterkommen von hier ein Leichteres werden, da ich die Leute vor oder nach ihrer Pinkel- oder/und Raucherpause direkt ansprechen kann. Hier ereignete sich das erste konkrete Coronazeiten-Trampererlebnis. Der Parkplatz war mittelgroß und jede Minute kam ein oder zwei PKW durch. Nach ca. fünf negativen Anfragen habe ich den Fahrer eines zweisitzigen schwarzen Sportwagens, aufgrund des Kennzeichens ohne viel Hoffnung der passenden Fahrtrichtung, direkt beim Aussteigen angesprochen. Seine Richtung passte überraschend doch zu meiner Wunschrichtung, aber er wolle erstmal toilettieren. Klaro, kein Ding. In der Zwischenzeit keine weiteren Fahrer mehr angesprochen. Zurück, die zuvor schon artig angelegte Windel noch immer im Gesicht, eröffnete er mir, es sei ihm zu riskant in diesen Zeiten jemanden mitzunehmen, er besuche seine Eltern um die 80 Jahre. Wenn er das Virus von mir übernehme und denen damit Erkrankung oder Tod überbringe, wäre ihm das unrecht. In einem Jahr, wenn alles rum sei, gerne. Bei allem prinzipiellen Verständnis, warf mich das erstmal zurück beim Weiterkommen. Nach eigenem toilettieren und einem zweiten Anlauf erweichte das Herz eines Studenten, mich zumindest bis zur Raststätte Sindelfinger Wald mitzunehmen, obwohl wir eigentlich eine viel längere gemeinsame Route hatten. Wie sich rausstellte, wollte/sollte er mit seiner Freundin (ungestört) telefonieren. Nun gut. Es entwickelte sich ein vermeintlich beiderseits harmonisches Gespräch über seine laufende bzw. meine beendete Bachelorarbeit. Am Rande auch die Coronathematik angekratzt, erweichte er ein zweites Mal sein Herz und verschob sein Telefonat um weitere zehn Minuten bis zur Raststätte Schönbuch; das hatte meinerseits den Vorteil, dass ich nicht nur die Dreieck Leonberg-Abbieger, sondern auch die A8-München-Destinierenden hinter mir lassen konnte.

Mit leichtem Wehmut verließ ich das studentische Vehikel und überblickte die neue Örtlichkeit und hielt nach passenden Kennzeichen Ausblick. Nach zwei oder drei Absagen, tauchte der Fahrer eines PKWs mit schweizerischem Kennzeichen auf. Der ältere Herr, mit ruhiger ans Hochdeutsche angepasste alemannischer Stimme war ein schneller Glücksfall. Ein Truckerbekehrer, Missionar im Auftrag des Herrn und Erlösers pendelt angeblich täglich aus der Schweiz die A 81 nach Norden und abends wieder zurück. Spricht die Brummifahrer an und verteilt Bibeln und Handzettel. Er habe mehrere Kirchenaustritte hinter sich und mit der Institution Kirche hadern wir beide seit Jahren, wobei er den Weckruf Gottes (im Gegensatz zu mir?) vernahm und in seiner mir gegenüber weitaus üppigeren (Rentner-)Freizeit auslebt. Wie ich mit der katholischen Kirche, hadert er bei seiner Freikirche, dass es zugelassen wurde, die politisch vorgeschriebenen Coronamaßnahmen zu übernehmen bzw. beachten. Nach biblisch-theologisch geprägter Konversation und zwei kurzen missionarischen Zwischenstopps auf dem Rastplatz Neckarblick und -burg setzte er mich auf dem P&R-Platz in Geisingen ab. Die Dämmerung war inzwischen schon weit fortgeschritten und wenig Betrieb auf dem P&R-Platz. Ich entschloss mich, eine nahegelegene Tankstelle aufzusuchen. Es herrschte reger Betrieb, aber konnte trotzdem lange niemanden mit Fahrtrichtung Freiburg auf der B 31 ausfindig machen. Eine Tankerflaute brachte mir einen Smalltalk mit der rauchbedürftigen Tankstellenkassiererin ein – wenigstens kannte sie mich bzw. mein Ansinnen von nun an, womit ihre Spähblicke von drinnen nach draußen von nun an entfielen. Ein älterer Herr bzw. sein Auto mit dem Stern benötigten auch einen Schluck Diesel, diesmal für 111€ungerade. Wenig Hoffnung aufgrund dessen Konstanzer Kennzeichens eröffnete er mir, er fahre via Löffingen nach Hinterzarten. BINGO – dies beinhaltet die Fahrtroute ins Nachbardorf meines Ziels! Welch‘ ein himmlisches Geschenk zu später Stunde, unglaublich. Ich könne mein Gepäck nicht hinten rein legen. Er hatte bei heruntergeklapptem Rücksitz etwas großflächig planes geladen, evtl. Spiegel oder Scheibe oder so. Kein Ding, mein Rucksack ist auf meinem Schoß gut aufgehoben. Wohlgemut wartete ich auf seine Rückkehr vom Bezahlen. Als es soweit war und Einsteigen angezeigt war, warf er zuvor die Frage, ob ich geimpft sei in den „Raum“. Ich erwiderte nach einer kurzen Denkpause, jawohl, vor ca. 8 Jahren, ich glaube gegen Tetanus. Wenn ich nicht drei Mal gegen SARS-Cov2 geimpft sei, könne er mich nicht mitnehmen, er leite eine Klinik und könne es sich nicht leisten, jemanden „Ungeimpften“ mitzunehmen. Eine einmalige oder zweimalige Impfung sei auch nicht ausreichend, da die erste Spritze die Antikörper nur leicht stimuliere und die zweite nur zeitlich befristet wirke, müsse der Booster sein. Meine letzte Rückfrage, ob nach dem Booster weitere Impfungen nach 6 Monaten nötig seien, verneinte er dies, der Booster halte ewig. Wow. Klare Ansage, vielleicht habe ich was verpasst. *grübel*

Per Anruf eingefädelt wurde ich schließlich von meinem Vater an der Tankstelle abgeholt. Liebe Umwelt, verzeihe mir den Frevel, nicht per MFG weiter gekommen zu sein, aber das allmähliche Absinken der Körpertemperatur meiner Gliedmaßen machte diesen Schritt/Gang notwendig.

„Fun-Fact“: Abends nach 22 Uhr im ORF2 vermeldet die Sprecherin, dass in Israel für ältere Menschen der 4. Stich empfohlen wird. NEEEINNN! Es wurmt mich einigermaßen, nicht den Namen oder Kontaktdaten dieses (angeblichen?) Klinikleiters erfragt zu haben, um ihn mit der Nachricht aus Israel „beglücken“ zu können.

Zeugen Coronas, beglückt euch selbst mit den meiner Religion fremden Sakramenten, aber lasst mich in Ruhe und Frieden oder fahrt endlich zur Hölle, ihr widerwärtigen Tyrannen!

Abschließend möchte ich allen Anhaltern hier noch ein virtuellen Gruß hinterlassen: Herzlichen Dank euch allen!


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4 Gedanken zu „Coronoia: Trampen in Coronazeiten“

  1. Erstaunlich, mich haben sie am WE schon wieder festhalten wollen, (40 Meter, mehr brauch ich nicht) als ich in unserer Kleinstadt ohne Maske in der Fußgängerzone unterwegs war um an meine Wagen zu kommen.
    P.S. ..hatten die am Samstag einfach wieder die Maskenpflicht eingeführt ohne es zu merken…:-(((

  2. Hehe, just einen Monat nach obig vorgetragenem Ereignis bzw. am Tag der Veröffentlichung meines Gastbeitrags, war ich erneut auf einer Heimatreise per Anhalter und habe den Artikel eben erst lesen können.

    Das freiheitliche Reisen, wenn man von einer konkret prognostizierbaren Ankunftszeit absieht, macht einfach Laune, es ist ein gesellschaftliches Pulsfühlen bis hin zu einer psychologischen Mini-Obduktion. Man trifft mehrheitlich auf interessante, aber gelegentlich auch auf unentspannte Zeitgenossen.

    Zu Letzteren gehörte eine junge Dame am Rastplatz Sindelfinger Wald, welche mich nach Ansprache durchs geschlossene Fenster mit dem Handrücken fast grimmig wegwies. Ebenfalls an jenem Mitfahrzeugwechselort ereignete sich folgendes Deja-Vu:
    Ein schwarzer Audi mit VS-Kennzeichen (mein Ziellandkreis) setzten zur Rast in Form einer Kaffeepause für den mittelmäßig bebauchten Fahrer an. Nachdem sich Donaueschingen als zumindest gemeinsames Teilziel herauskristallisierte, ging er erstmal des Weges und ich startete eine Vesperpause auf einer Sitzbank. Eine Schweizerin, welche während ihrer fünf Minuten zuvor begonnen Rast (zumindest andeutungsweise) mit ihrem Gewissen rang, ob sie als Frau mich Mann mitnehmen solle, war auf ihrem Weg zurück zum Automobil erleichtert, dass sich eine Alternative fand. Nicht zuletzt auch meine aktuelle Heiterkeit führte zur blödelnden Bemerkung, ob sie sicher sei, ich sei nicht vielleicht (heute) doch weiblich unterwegs. 🙂
    Nun gut, Schweizerin fuhr davon, nach weiteren 5 Minuten kehrte der VS-ler zurück, diesmal masketragend, und eröffnend: „Nur wenn du drei Mal geimpft bist, nehme ich dich mit.“
    Erst mal dummstellend, gegen was ich geimpft sein solle und ob er geimpft sei, half nicht weiter in der Erörterung einer Option, und da Lügen für mich keine Option ist, ging diese MFG wiedermal aufgrund dieses mehrmonatigen Angstpornos flöten und warf mich um eine halbe Stunde im Heimkommen zurück. Die Sinnierzeit während der Rast oder beim Bezahlen der Tankung kann dem Trampenden aktuell echt zum Verhängnis werden. Vielleicht probiere ich es künftig mit einem Aufnäher „ungeimpft“, damit sich solche Unklarheit schwerer breit machen kann, und, wer weiß, womöglich wird man (eines Tages) damit leichter mitgenommen. Der gesellig-freundliche Fahrer eines kleinen LKWs in Richtung Bodensee erlöste mich bei Einbruch der Dämmerung schließlich von diesem Rastplatz.

    Die (leider sehr kurze) Fahrt zu besagtem Rastplatz gelang mit einem älteren Paar aus der Rheinebene, mit denen ich schnell im Herzen und Geiste verbunden war: Sie empfinden die Coronamaßnahmen ebenfalls als schwachsinnig und immer schikanöser bis nur noch bösartig. Und wie ich, gehen sie montags öfters mal Spazieren, um das Immunsystem zu stärken und trainieren. 🙂

    Zu guter Letzt noch ein Dank an alle Mitfahrgelegenheiten. Besonders hervorheben möchte ich jene, welche ohne vorher ein Wort mit mir am Straßenrand erhobenen Daumens stehend gewechselt zu haben, an der Autobahnauffahrt anhielten und mich (ein Stück weit) mitnahmen – es war diesmal wieder ein Nichtdeutschlandstämmiger. Ein freundlicher älterer Herr, welcher freitags einen Karlsruher Wochenmarkt mit seinen italienischen Leckereien bereichert. Wie wir erst nach wenigen Minuten feststellten, aber uns sehr erfreuten, hatte er mich vor ca. 1,5 Jahren exakt an derselben Stelle schon einmal aufgenommen beim Trampen.

    Wer Zeit hat und spannendes Reisen erleben möchte: Meinerseitige Trampempfehlung!

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