Weniger Chips fürs gleiche Geld

Okay, diese Masche ist ja nicht neu, sie passt aber gut zur derzeit galoppierenden Inflation. Es ist erst ein paar Jahre her, da reduzierte der Hersteller Lorenz den Inhalt seiner Crunchips-Tüten generell von 200 auf 175 Gramm. Inzwischen ist bei der Konkurrenz von Chio und Lays bereits die nächste Stufe erreicht, denn der Inhalt ihrer Tütchen ist noch einmal um 25 auf 150 Gramm gesunken (also um 14,3 %). Diese verdeckten Preiserhöhungen werden natürlich auf den Packungen, die von den Abmessungen her allerdings unverändert erscheinen, in keinster Weise kommuniziert. Auch in den örtlichen Prospekten findet man teils noch die alten Daten bzw. Umrechnungen auf den Kilo-Preis.

Als ich mir bei einem Kurzeinkauf gestern ein paar Knabbersachen kaufen wollte, fiel mir obendrein auf, dass auch die „klassischen“ Haribo-Tüten (bspw. Goldbären oder Saure Pommes) nicht mehr die üblichen 200 Gramm enthalten, sondern nur noch 175 Gramm; man erhält also für das gleiche Geld 12,5 % weniger Ware. Daran hatte man die Kundschaft allerdings auch schon seit etwas längerer Zeit gewöhnt, denn seltsamerweise hatten einige neuere Sorten bereits nicht mehr den üblichen Inhalt von 200 Gramm, obwohl es eigentlich auch keinen nachvollziehbaren Grund gab, 25 Gramm weniger in die Tüten zu packen.

Bei der Milka-Schokolade im Übrigen dasselbe; auch hier hatte man bei einigen neueren Sorten den klassischen Inhalt von 100 Gramm um teils 10 bis 15 % reduziert; bei zumindest äußerlich identischer Tafelgröße. Bei den Großtafeln gibt es ebenfalls Unterschiede zwischen neueren und klassischen Sorten (270 statt 300 Gramm). Hier ist mir aktuell aber noch keine (weitere) Reduzierung des Inhalts aufgefallen.

Lang lebe der Kapitalismus!

4 Gedanken zu „Weniger Chips fürs gleiche Geld“

  1. Auch das ist nichts Neues unter der Sonne, das gab es schon zu Zeiten von Adam Ries, dieser erstellte den Bäckern im Notstandsgebiet „Erzgebirge“ Tabellen, welche Mehl- und Teigmengen zu den jeweiligen Münzen paßten, da während der Teuerung (nicht zu verwechseln mit Inflation) die Leute eben kleinere Brötchen aßen bzw. die Bäcker buken.
    Die Frauen begannen zudem zu klöppeln, um die Familien mit dem Verkauf von Spitze irgendwie durchzubringen.

  2. Bei ALDI und LIDL wurde der Inhalt der Hausmarken-Chips schon vor ein bis zwei Jahren von 200g auf 150g reduziert bei gleichbleibendem Preis von 0,99 €.
    Eine verdeckte Preiserhöhung von 33%!
    Aktuell kosten die 150g-Packungen 1,29€ also nochmal 30% mehr.
    Insgesamt also 73% mehr.

  3. Ersatz von Inhalt durch Luft kennen selbstdrehende Raucher schon seit Ewigkeiten.
    Trickreicher ist die Teuerung bei Produkten, die man nicht dosieren kann, etwa die billigen Vitamintabletten. Die wurden im Volumen mal eben verdoppelt, die Anzahl in der Röhre damit halbiert, bei gleichem Inhalt ein Füllstoff zugegeben, der sich im Becher wie Sand ablagert.
    Lug und Betrug, wohin man kuckt.

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