Coronoia: Rucksack-Voyeure

Rucksack Netto

Zu den Zeiten, als es in diesem Blog nahezu ausschließlich um Radverkehrssachen ging, konnte ich einen Vorfall in einem Netto-Markt in Schönenberg-Kübelberg, in welchem ich mich während einer längeren Rennradtour verpflegen wollte, nutzen, um mich mal allgemein über die Mentalität vieler Almans, die meinen, sie hätten ein Anrecht darauf, ungeniert in die Privatsphäre von anderen Menschen einzudringen, auszukotzen. Von der Umkehrung der Unschuldsvermutung, als auch der grenzdebilen Haltung, „man habe ja schließlich nichts zu verbergen“, ganz zu schweigen. Vermutlich haben die 2,5 Jahre Corona-Wahn, als man gar Kassiererinnen zu Maulkorbkontrolleuren erhoben hat, jene kleinen Blockwarte erneut angespornt, auch anlässlich anderer „Vergehen“ den § 132 StGB zu einem schlechten Witz verkommen zu lassen?

Es ist auch erst einige Wochen her, da wurde ich im Spätsommer in einem anderen Netto-Markt (dem relativ neuen in Rieschweiler-Mühlbach) während des Kaufs eines Liters Orangensaft erneut mit einer etwas zu „neugierigen“ Kassiererin konfrontiert, die sich ebenfalls anmaßte, von mir zu verlangen, ich hätte sie in meinen Rucksack sehen zu lassen; andernfalls hätte ich diesen vor dem Einkauf im Kassenbereich abzustellen. Da ich mich über diese generelle unverschämte Unverfrorenheit im anfangs verlinkten Beitrag bereits in ausreichender Weise geäußert habe, muss ich dies an dieser Stelle ja nicht groß wiederholen. Es steht sinnbildlich für das, was den Terror der letzten 2,5 Jahre erst ermöglicht hat; für die Verlagerung staatlicher Befugnisse in den privaten Sektor und die Umkehrung elementarer rechtsstaatlicher Prinzipien.

Nun kam es gestern Abend leider erneut zu einem kleinen Rucksack-„Zwischenfall“, als ich zum gefühlt 578. Male im örtlichen Penny eine Kleinigkeit einkaufte. Hierbei jedoch zum allerersten Male(!) von einer (wohl relativ neuen) Kassiererin aufgefordert wurde, ich möge sie doch in meinen Rucksack blicken lassen. Während der ca. 5 Minuten Wartezeit in der Schlange vor der einzigen geöffneten Kasse zur Feierabendzeit stand übrigens eine ca. 50-jährige Dame mit einer (blau-grünen) Coronazi-Filtertüte direkt hinter mir.

Und diese Dame war es dann auch, die sich, während ich mit der unverschämten Kassiererin unter Verweis auf die beiden Urteile des Bundesgerichtshofs zu Rucksackkontrollen im Einzelhandel eine kleine Diskussion begann, sofort einmischte. Und zwar in der typisch deutschen Weise, wonach sie – dies verkündete sie mit einem vor Stolz förmlich platzenden (allerdings durch ihre Filtertüte gedämpften) Tonfall – schließlich ja auch immer (artig) ihre Handtasche vorzeigen würde!

Ich gratulierte ihr; sie könne das ja gerne so machen. Leider war ich ob der Aufregung mal wieder nicht schlagfertig genug, ihr vorzuschlagen, dass sie sich von mir aus auch gerne nackt ausziehen dürfe, um zu beweisen, dass sie in ihrem Mieder und ihren Thrombose-Strümpfen kein Diebesgut versteckt. Von einer freiwilligen Beleuchtung ihres Enddarms per Taschenlampe zum Ausschluss rektal verabreichter Schmuggelware ganz zu schweigen.

Für mich jedoch würde in diesem Pseudo-Rechtsstaat immer noch die Unschuldsvermutung gelten. Ich habe nicht jeder dahergelaufenen Discounter-Kassiererin den meine Privatsphäre betreffenden Inhalt meines Rucksacks zu offenbaren, weil man mir – und dies auch noch vor unzähligen anderen Kunden! – mehr oder weniger pauschal unterstellt, ich sei ein Dieb, der erst einmal seine Unschuld beweisen müsse! Wie unverschämt es überhaupt sei, mich hier vor anderen Menschen in eine derartige Verlegenheit zu bringen! Die abgehalfterte Filtertüte unterstellte mir jedoch im Endeffekt genau dies; mein „uneinsichtiges Verhalten“, sei „verdächtig“. Ich hätte ja dann wohl etwas zu verbergen!

Empört schüttelte sie im weiteren Gespräch mit der ebenfalls in diesem Land voller Untertanen derartigen Widerspruch nicht gewöhnt seienden Kassiererin den Kopf. Die Menschen in der Schlange dahinter fühlten sich wohl zumindest einigermaßen gut unterhalten; endlich mal ein wenig Action! Ich hatte aber auch den Eindruck, dass im Endeffekt alle Anwesenden der Melitta-Mamsell und der Kassiererin recht gaben – und in mir einen Ladendieb sahen. Meine letzten Worte in Richtung der nichts zu verbergen habenden Handtaschen-Exhibitionistin: „Das Ding in ihrem Gesicht sagt im Endeffekt alles aus.“

Lustig übrigens; dass mir das genau an dem Tag passiert ist, an welchem ich den Beitrag über die Eichmänner und -frauen veröffentlicht hatte.


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  • Remember the names of the 15 doctors who voted “No conflicts, YES” to put the COVID vaxx on the childhood schedule. A few years down the road, you’ll forget them, but they’ll be rich from Big Pharma jobs waiting on them. | This is child sacrifice for cash. Here’s how it works. 1/ | @Liz_Wheeler.
  • VG Aachen: Betretungsverbot für ungeimpfte Pflegerin ist „eindeutig“ rechtswidrig, weil Behörden bei Kann-Bestimmungen mildere Mittel prüfen müssen. | @SHomburg | Kommentar: Keine miesen Richter abfeiern.

9 Gedanken zu „Coronoia: Rucksack-Voyeure“

  1. Beim nächsten Mal sagst Du einfach: »Kein Problem. Wenn Sie mich des Diebstahls verdächtigen, dann rufen Sie ruhig die Polizei. In deren Beisein öffne ich dann gerne meinen Rucksack – aber nicht für Sie, sondern für die Polizeibeamten.« Wahrscheinlich ist ihr das viel zu aufwändig, vor allem, wenn sich hinterher herausstellt, daß viel heiße Luft für nix, will heißen: sie keinen Verdacht hatte außer den, daß Du den Rucksackinhalt ihr nicht zeigen wolltest.

    Den Tip mit der Polizei hat mir übrigens mal ein Polizeibeamter gegeben, der meinte, damit sei man gegen übergriffige Ladeninhaber und -detektive geschützt, mit denen man auch niemals zu zweit in irgendein Hinterzimmer gehen sollte.

    Aber trotzdem komisch: ich kaufe seit Jahrzehnten mit Rucksack ein, und außer einmal in Bremen (Nähe Hbf, ich nutzte Zeit zwischen zwei Zügen, um günstig im Supermarkt einzukaufen) hat mich noch nie, wirklich nie jemand aufgefordert, meinen Rucksack auszuleeren. Mit dem Hinweis auf die Polizei hat man mich dann auch dort in Ruhe gelassen.
    Sind die in der Pfalz so mißtrauisch oder kennen sie sich nicht mit der Gesetzeslage aus?

    1. Ich sehe vermutlich einfach nur zu kriminell aus? Oder zu harmlos; bei mir trauen sie es sich.

      Für die Polente hatte ich dieses Mal leider keine Zeit; im Rucksack war nämlich das just zuvor im Kaufland geklaute, möglichst rasch in den Kühlschrank müssende Hackfleisch. 😉 Ich neige aber auch stark dazu, das bei Gelegenheit mal so zu machen; inkl. einem ganzen Packen Strafanzeigen. Reicht irgendwann. Heute war ich übrigens in einem Dorf-Penny: Wie immer kein Problem.

    2. Moin Helene,
      kann es sein das Du ein weibl. Wesen bist?

      Denn jeder weiß doch, nur Männer klauen, diese Dreckspack.

      Nur mal so ein Erklärungsversuch.

      LG

  2. Seltsam. Scheint bei Dir in der Gegend, was das angeht, entweder ein bestimmter Menschenschlag zu sein, oder es gab in der Vergangenheit vermehrt Rucksack-Diebe-und-Terroristen? Das die da so abgehen. Das würde es, so in der Form, in Berlin kaum geben. Das lässt sich die „Berliner Schnauze“ nicht gefallen. Großstädte sind also nicht nur schlecht. 😉

    1. Ich vermute, dass sich hier auch eine gewisse regionale Eigendynamik entwickelt haben könnte. Es ist auch von den Unternehmen abhängig; besonders lästig sind Edeka und Netto. Eine Bekannte von mir, die beim Lidl an der Kasse sitzt, meint auch, dass sie das nicht dürften und von der Zentrale dazu auch nicht angewiesen werden.

      Der „Kundendienst“ von Netto meinte übrigens in einer extrem kurzen „Stellungnahme“, dies seien „vorgaben“ (kleingeschrieben), die die Mitarbeiter zu erfüllen hätten. Interessante Rechtsauffassung, zwei BGH-Urteile einfach zu ignorieren.

  3. „Nur, wenn Sie mir Ihre Tasche vorzeigen.“, wirkt bisher.
    Ja, jeder ein kleiner Blockwart. Ja, jeder ein kleiner Mörder (Auto als Waffe).

  4. Der Bezirksleiter der Region Südwest von Penny (bzw. der Rewe-Group) hat sich immerhin folgendermaßen geäußert:

    zunächst einmal möchte ich mich auch im Namen des Unternehmens bei Ihnen für die entstandene Unannehmlichkeit entschuldigen.

    Grundsätzlich müssen Sie Ihre Taschen nur bei einem konkreten Verdacht gegen Sie öffnen. Ansonsten nicht.

    Das ist zwar noch ein wenig „ungenau“, geht aber in die richtige Richtung.

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