Mal wieder ein Unfall in Zweibrücken

Ich versuchte in den letzten Jahren bekanntlich auch in der Nachbarstadt etwas gegen den Radwege-Wahn zu unternehmen. Mit mehr als mäßigem Erfolg; wie auch das absurde Gespräch im Sommer am Ixheimer Kreisel belegte. Die einzige Ausnahme stellt das „Radwege“-Relikt (übrigens einer der allerersten Blogbeiträge) in der Homburger Straße in Richtung der saarländischen Grenze dar, welches die Stadtverwaltung aufgrund meiner Klageandrohung im Jahre 2019 entbläute. Was bezeichnenderweise aber nicht dazu führte, dass die Radfahrer mir jetzt etwa danken würden, dass sie diesen Bullshit nicht mehr benutzen müssen; im Gegenteil. Sie befahren das gemeingefährliche Ding auch weiterhin. Und verunfallen dort in steter Regelmäßigkeit. Da es nun an der Einmündung „Speckgärten“ mal wieder gerappelt hat, möchte ich zumindest auch diese Unfallmeldung hier gesondert dokumentieren.

Pressemeldung der PD Pirmasens vom 19.11.2022:

Am 18.11.2022 ereignete sich um 17:00 Uhr in der Homburger Straße in Zweibrücken ein Verkehrsunfall mit zwei Unfallbeteiligten. Die 88-jährige Radfahrerin befuhr den dortigen Radweg in Fahrtrichtung Homburg-Einöd. Der 51-jährige Nutzer eines VW-Golf wollte aus den Speckgärten in die Homburger Straße einbiegen. Hierbei übersah er die von rechts kommende Radfahrerin und es kam zum Zusammenstoß. Die Radfahrerin trug durch den Sturz Verletzungen an der Schulter davon und musste im Krankenhaus behandelt werden. Es entstand ein Schaden von etwa 200 Euro. |pizw

Geistergehwegradeln ist halt generell eine blöde Idee, aber das wollen die verängstigten Sklaven ja nicht hören. Meiner Meinung nach hat die alte Dame auch eine Ordnungswidrigkeit begangen, weil der Weg linksseitig nicht per alleinstehendem Radverkehr frei beschildert ist und daher in Gegenrichtung (also linksseitig) nicht benutzt werden darf. Früher hätte ich die Polizei und Behörden noch darauf hingewiesen, doch darauf habe ich inzwischen auch – aus Gründen – keine Lust mehr.

Ein mapillary-Radler hat den gegenwärtigen Zustand im April 2022 dokumentiert; man hatte dort ebenfalls zur mich rechtlich nicht überzeugenden Piktogramm-Lösung gegriffen. Ich war dort übrigens auch schon ewig nicht mehr; ein reiner „Radweg“ war das dort jedenfalls noch nie; Radfahrer benutzen dort schlicht und ergreifend den eben einstmals auch linksseitig bebläuten Hochbord-Gehweg. Hier fährt der Kollege übrigens illegal über die durchgezogene Mittellinie, um anschließend linksseitig zu geisterradeln. Hier überholt er linksseitig über den Gehweg-Teil des Hochbords einen anderen Geisterradler. Ein paar Meter weiter wechselt er wieder auf die Fahrbahn; auf der linken Seite ist dann ein Stückchen weiter ein Geisterradler-Pärchen unterwegs. Auch schön übrigens das total vernünftige Rechtsvorbeidrängeln vor der westlichen Globus-Ampel. Am Ortseingang Einöd hat er noch einen Gehwegradler rechts dokumentiert. Sich bei mapillary durchzuklicken lohnt sich fast immer. 😉

Die Beigeordnete, die mir in Folge des Gesprächs am Ixheimer Kreisel (wo es neulich ebenfalls, allerdings noch ohne Radfahrerbeteiligung gekracht hatte) versprach, meine Einwände noch einmal detailliert prüfen zu lassen, hat dieses Versprechen in den letzten Monaten erneut gebrochen; ich las überhaupt nichts mehr von der Dame. Außer einer Ausrede, dass es Personalausfälle gegeben hätte.

Ähnlich wie in Pirmasens wird man mir bis in alle Ewigkeit keinerlei tragfähige Begründung für das sture Festhalten an der Bebläuung unzähliger anderer „Radweg“-Ruinen (wie z. B. zwischen Mittelbach und Ixheim) liefern. Also müsste ich auch hier den kostspieligen verwaltungsgerichtlichen Weg beschreiten; was mir ohne Großsponsoren oder anderweitige Unterstützung allerdings niemals möglich sein wird.


Siehe auch

Ach, macht doch was ihr wollt!

„Pro Fahrrad“ in Zweibrücken

Viren, Radwege, Angst und Unfreiheit

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