Unfallatlas 2019 bis 2021

Bis zum Ausbruch der globalen Coronoia bildeten die (meist tendenziösen und eine Unmenge an sachlichen Fehlern beinhaltenden) Presseberichte der regionalen Polizeibehörden einen Kern dieses Blogs. Als ich mich damals für die Übersendung eines signierten Rezensionsexemplars seines Buches „Die Propaganda-Matrix“ von Michael Meyen bei diesem bedankte, verwies ich unter anderem auch auf meine medienkritische Arbeit, indem ich (im Gegensatz zu den Mainstream-Medien, die diese Meldungen meist 1:1 abdruckten) diese kritisch hinterfragte und selbständig nachrecherchierte. Der Unfallatlas der statistischen Ämter des Bundes und der Länder bot ebenfalls eine weitere Möglichkeit zur kritischen Recherche – die bei den Polizeibehörden allerdings nicht wirklich auf Gegenliebe stieß; denn man erklärte Verkehrsunfälle quasi zu Staatsgeheimnissen.

So hätte ich für diesen aktuellen Beitrag höchstens noch einzelne Anfragen an die Polizeidirektionen jenseits des auch sonst äußerst ungehobelten und bürgerfeindlichen Polizeipräsidiums Westpfalz stellen können; was ich in bestimmten Ausnahmefällen auch noch tue. So hatte ich vor einiger Zeit anlässlich eines Unfalls im Zuge eines mit kleinen Vorfahrt gewähren verschandelten, angeblich „straßenbegleitenden Radwegs“ im Bereich des PP Rheinpfalz eine Diskussion mit dem zuständigen Sachbearbeiter über exakt jene (ungeklärte) Rechtsfrage begonnen. Auf meine detaillierten Ausführungen, warum der Autofahrer bei diesem Unfall schlicht keine Vorfahrt hatte, erhielt ich (bislang) keine Antwort mehr.

Dasselbe galt auch für meine wiederholte Aufforderung an eine weiterhin ihrer plumpen Radhelmpropaganda frönenden Polizeiinspektion im Kreis Südliche Weinstraße, jene möge doch bitte endlich zur objektiven und sachlichen Berichterstattung zurückkehren. Auch auf diese umfangreich begründete Anfrage erhielt ich, wie schon anlässlich einer ähnlichen in der Vergangenheit, keine Antwort mehr. So ist das halt. In einem „Rechtsstaat“, in welchem sich (angeblich) auch die Ordnungs- und Strafverfolgungsbehörden an geltendes Recht, als auch eine Verpflichtung zur Transparenz gegenüber dem Souverän zu halten haben. Immerhin kann ich nicht von mir behaupten, ich würde rein gar nichts bewirken; wegen meiner nervigen Rückfragen hat das örtliche Polizeipräsidium sogar die Rückfrage-Floskel im Presseportal geändert.

Im Jahre 2018 hatte ich mich erstmals mit dem Unfallatlas und den damals für das Jahr 2017 veröffentlichten Daten beschäftigt. Da das Thema Datentransparenz bzw. -nachvollziehbarkeit auch in Sachen Corona momentan ziemlich aktuell ist, wollte ich mir auch anlässlich einer ebenfalls (allerdings nur äußerst zäh) verlaufenden Debatte mit der Zweibrücker Verwaltung zum Thema Ixheim mal wieder anschauen, wie sich das allgemeine Unfallgeschehen in der unmittelbaren Heimatregion (also den kreisfreien Städten Pirmasens, Zweibrücken und dem Landkreis Südwestpfalz) in den letzten drei Jahren darstellte.

Für weiterhin bedenklich halte ich in diesem Zusammenhang übrigens auch die Tatsache, dass der Unfallatlas offenkundig auch weiterhin keine Unfälle auf klassischen (nicht selten illegalen und unter kriminellen Vorwänden subventionierten) „Radrouten“ (oder auch allgemein auf Wald- und Feldwegen) umfasst; ich hatte auch im verlinkten Beitrag aus dem Jahre 2019 einige Beispiele angeführt, die mir aufgrund der Presseberichte der Polizei in Erinnerung geblieben waren, die ich jedoch im Unfallatlas nicht fand. Warum dies so ist, versuchte ich damals bei den Machern des Unfallatlas zu ergründen. Ich erhielt – wie sollte es anders sein – keine abschließende und zufriedenstellende Auskunft. In den aktuellen FAQ heißt es hierzu:

Was genau ist ein Straßenverkehrsunfall?

Straßenverkehrsunfälle sind Unfälle, bei denen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen Personen getötet oder verletzt wurden oder Sachschaden entstanden ist.

Was ein „öffentlicher Weg“ (oder halt auch ein „Radweg„) ist, ist im Einzelfall sogar für die Polizei nur schwer zu ermitteln; die hiesigen Staatsanwaltschaften trauen sich ja ebenfalls nicht, dieses heiße Eisen anzufassen. Aber ich will nicht zu weit abschweifen; die Daten des Unfallatlas sind also teils widersprüchlich und lückenhaft. Da ich die Unfallberichte der Polizei ab 2020 für eine längere Zeit gar nicht mehr verfolgt hatte, fehlt mir aktuell auch die Möglichkeit eines detaillierteren Abgleichs.


Unfälle 2019

Insgesamt wurden in diesem Jahr im o. g. Bereich 34 Unfälle mit Radfahrerbeteiligung registriert. Bei 7 kam es zu schweren, bei den restlichen 27 Unfällen zu leichten Verletzungen bei zumindest einem der Unfallbeteiligten (Unfallkategorien 2 und 3). Todesfälle gab es keine. Bei 24 Unfällen war ein Pkw beteiligt, bei 2 Unfällen ein Fußgänger.

Die Verteilung der Unfallarten und Unfallytpen (Siehe hierzu auch eine allgemeine Übersicht des DVR) jeweils im Kreis-Diagramm:

Wie wir sehen, spielen Unfälle im Längsverkehr (mit denen die Notwendigkeit von „Radwegen“ überwiegend begründet wird) kaum eine Rolle. Interessante Unfälle im Hinblick auf die hier im Blog thematisierten Themen gab es u. a. im Bereich des damals noch im Bau befindlichen Ixheimer Kreisels (Alleinunfall, leichtverletzt) und in der Homburger Straße (Einbiegen, Pkw, leichtverletzt). In Contwig wurde einem Radfahrer an der Einmündung Mühlbachstraße die Vorfahrt genommen (Einbiegen, Pkw, leichtverletzt). An der von mir mehrfach monierten Einmündung zur L 600 in Pirmasens gab es einen Unfall mit einem Leichtverletzten, die Codierung mit Unfallart 3, -typ 3 deutet auf einen Zusammenstoß am Rechtsabbieger hin; ich habe dbzgl. probeweise eine Nachfrage an die PI gerechnet, rechne aber mit nichts anderem als einer weiteren arroganten Abfuhr.

Der schwere Unfall am Ortseingang von Gersbach hatte sogar einen eigenen Beitrag erhalten, als eine Pkw-Fahrerin einem Rennradfahrer die Vorfahrt nahm. Leicht verletzt wurde in der (mit Schneematschstreifen versehenen) Lemberger Straße an der Einmündung Schulstraße auf der Ruhbank ein Rad- von einem Pkw-Fahrer bei einem Abbiegeunfall. Im Zuge der (falsch eingestuften) Industriestraße in Petersberg gab es 2019 auch noch per Gemeinsamer Geh- und Radweg eine Gehwegradelpflicht. Diese hatte wohl mit dazu beigetragen, dass ein Radfahrer ebenfalls bei einem klassischen Abbiegeunfall (Unfalltyp 2, Pkw) schwer verletzt wurde.


Unfälle 2020

Das „Pandemie“-Jahr führte zu einem deutlichen und daher sehr merkwürdigen Anstieg der Unfallzahlen im Südteil der Pfalz. Während im vorigen Jahr noch 34 Unfälle mit Radfahrer-Beteiligung Eingang in den Unfallatlas fanden, waren es im Jahr 2020 satte 80! Woran das objektiv liegen könnte, kann ich mir nicht wirklich erklären; außer, dass sich aufgrund der „Lockdowns“ mehr Leute aufs (viele Jahre unbenutzte) Rad schwangen – und sich öfters auf die Schnauze legten. Ebenfalls auffällig ist in diesem Zusammenhang die recht hohe Zahl von 38 Unfällen, die mit dem Typ 1 (also Fahrunfall) codiert wurden. In 36 Fällen war ein Pkw beteiligt, zudem ein Fußgänger, ein Güterkraftfahrzeug und 4 Sonstige.

Die folgenden Kreisdiagramme schlüsseln die Unfälle nach Unfallarten und -typen auf. Auch dieses Mal spielen Unfälle im Längsverkehr kaum eine Rolle.

In diesem Jahr gab es zudem auch wieder ein Todesopfer zu beklagen; ein 82-jähriger missachtete bei Hengstbach (Zweibrücken) auf einer (eigentlich als Kreisstraße gewidmet werden müssenden) Landstraße zw. Mittelbach und Wattweiler die Vorfahrt eines Pkw-Fahrers und verstarb später an den Folgen des Unfalls. Des Weiteren gab es 18 Unfälle mit Schwer- und 61 mit Leichtverletzten.

Was die Unfallörtlichkeiten betrifft, stachen in diesem Jahr erneut viele bereits bekannte und von mir gegenüber den Behörden monierte Stellen heraus. So gab es erneut zwei Einbiege-Unfälle mit Leichtverletzten im Zuge der Homburger Straße in Zweibrücken, jeweils an der erst kürzlich erwähnten Einmündung Speckgärten und an jener der Oltschstraße. Ebenfalls einen Unfall der Art 3, Typ 5 (Einbiegen / Kreuzen) mit einem Schwerverletzten gab es an der neugestalteten Zufahrt zum Mitfahrerparkplatz entlang der L 480 zwischen dem Funkturm und dem Outlet. Die kriminellen Gemeinsamer Geh- und Radweg werden wohl auch dort erst verschwinden, wenn die Stadt Zweibrücken ihren kreisfreien Status verliert und in den Landkreis Südwestpfalz integriert wird.

Wie schon im Vorjahr gab es bei einem Einbiegeunfall an der Einmündung zur L 600 bei Pirmasens wieder einen Unfall, dieses Mal ein leichtverletztes Kind. Meine Bemühungen, Polizei und Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen in Sachen Amtshaftung zu bewegen, schlugen wie üblich fehl. Dasselbe galt bekanntlich für meine Strafanzeige wegen des schweren Unfalls bei Fischbach im Jahr 2021. Vermutlich hätte die Erwähnung der Tatsache, dass exakt an dieser Stelle etwa ein Jahr zuvor (im Juli) ebenfalls ein Unfall mit einem Leichtverletzten geschah auch nichts an der Ignoranz und Fakten-Resistenz der Oberstaatsanwältin geändert.


Unfälle 2021

Im vergangenen Jahr sank die Zahl registrierter Unfälle mit Personenschaden wieder auf 54. Erneut starb ein Radfahrer; allerdings nicht etwa auf einer stark befahrenen, als besonders gefährlich geltenden Landstraße, sondern mitten in der beschaulichen Tempo-30-Ortsdurchfahrt von Ludwigswinkel. Unfallart 0, -typ 1 bedeutet, dass er evtl. ohne Fremdeinwirkung einen plötzlich und unerwarteten medizinischen Notfall erlitt; eine Pressemeldung konnte ich hierzu jedenfalls keine finden.

Insgesamt gab es 16 Unfälle mit schwerverletzten und 37 mit leichtverletzten Personen. Bei 22 Unfällen war ein Pkw beteiligt, bei zweien ein Fußgänger, des Weiteren ein Kraftrad, ein Güterkraftfahrzeug und drei Sonstige (vmtl. Tiere). Die Verteilung der Unfallarten und -typen bestätigt einmal mehr, dass viele Radfahrer selbst ihr größter Feind sind und sich nicht selten ohne Fremdeinwirkung verletzen. Auch die generelle Seltenheit von Unfällen im Längsverkehr wird erneut belegt.

Die Codierung des bereits im Abschnitt 2020 erwähnten schweren Unfalls bei Fischbach mit Unfallart 1, -typ 6 ist bzgl. der Örtlichkeit allerdings schwer nachvollziehbar und würde eigentlich ebenfalls einer gesonderten Nachfrage bedürfen. Korrektur: Der Unfall wurde mit Art 5, Typ 3 codiert; ich hatte diesen mit dem Unfall im Jahr zuvor verwechselt. Die regionalen und überregionalen Medien käuten übrigens die polizeilichen Fake-News, es habe sich hier um einen „Radweg“ gehandelt, natürlich einfach unhinterfragt nach. Man warf dem Rentner lieber vor, er hätte das Stop-Schild missachtet (das dort hätte gar nicht mehr stehen dürfen). Also so, wie das irgendwann in Ixheim auch mal der Fall sein wird.

Weitere auffällige Unfallorte in diesem Jahr waren u. a. ein schwerer Unfall (Art 5, Typ 3) am nördlichen Ortsausgang von Mittelbach in Richtung Ixheim; eines der zahlreichen skandalösen Wegelchen in Zweibrücken, die die Verwaltung der kleinsten kreisfreien Stadt Deutschlands ums Verrecken nicht entbläuen möchte. Nach meiner Interpretation wurde hier wohl ein Radfahrer beim Zurückwechseln vom linksseitigen Zwangs-Geh-und-Radwegelchen auf die Fahrbahn angefahren; eine PM gab es offenkundig keine. Ich habe hierzu übrigens auch eine Anfrage an die PI Zweibrücken gestellt, rechne aber nicht mit einer Antwort. Dazu gab es in Zweibrücken noch einen weiteren Unfall in Richtung des neuen Ixheimer Kreisels im Bereich des neuen Abzweigs zum Stahlwerk. Art 5 und Typ 7 (ohne motorisierte Fremdbeteiligung) spricht für eine mögliche Kollision unter Radfahrern. Und natürlich gab es auch wieder zwei weitere Unfälle in der Homburger Straße, einmal Art 5, Typ 3 mit Pkw, also Einbiegeunfall (vmtl. hat da einer bei der Ausfahrt aus einer Grundstückszufahrt einen unbelehrbaren Radwegbenutzer umgemäht) und einer der Art 0, Typ 1 (vmtl. Alleinunfall).

Etwas obskur mutet im Landkreis Südwestpfalz der mir erst durch die Recherche bekanntgewordene schwere Unfall auf der sehr ruhigen und übersichtlichen K 13 zwischen Walshausen und der Kirschbachermühle an, wo ein 55-jähriger Rennrad-Kollege frontal in eine am Straßenrand laufende 77-jährige hineingerast ist und diese dabei schwer verletzt hat. Insgesamt gab es während der gesamten drei Jahre im Kreis Südwestpfalz ansonsten keinen schweren Fahrbahn-Unfall mit Kfz-Beteiligung im Zuge der inzwischen fast komplett entbläuten (stattdessen neuerdings mit äußerst fragwürdigen Piktogrammen versehen werdenden) Wegelchen; insbesondere auch keine auf den stärker befahrenen Landstraßen wie z. B. der L 496 / L 497 oder der B 270. In Pirmasens gab es im Bereich des Winzler Friedhofs (wo der mit blauen Mittelfingern versehene Fake-Radweg Richtung Gersbach beginnt) einen Unfall der Art 0, Typ 7; evtl. ist da jemand bei der Fahrt über den schrägen Bordstein auf den dort auch noch als Friedhofs-Parkplatz zweckentfremdeten Gehweg gestürzt.

Abschließend möchte ich in diesem Zusammenhang noch ausdrücklich auf die Seite von Tom Schlüter hinweisen, der sich insbesondere auf die statistische Auswertung von Radfahrer-Unfällen mit tödlichem Ausgang spezialisiert hat.


Siehe auch

Coronoia: Datenverhehlerei

2 Gedanken zu „Unfallatlas 2019 bis 2021“

  1. Wie wir sehen, spielen Unfälle im Längsverkehr (mit denen die Notwendigkeit von „Radwegen“ überwiegend begründet wird) kaum eine Rolle.

    Um im coronageübten Neusprech zu bleiben: Na logo! Sie spielen deswegen keine Rolle, eben weil es Radwege gibt! Ohne Impfung quatsch: Radwege hätte es viel mehr Coronatote, sorry: tödlich im Längsverkehr verunfallte Radfahrer gegeben.
    😀
    Lern‘ das doch endlich mal, Dennis!

    1. Das ist halt die Frage; ob ein paar weniger Unfälle im Längsverkehr die Kollateralschäden, die durch die deutliche Zunahme von Unfällen im Querverkehr entstehen, die Sache wert ist? Der Kreis Südwestpfalz dürfte übrigens inzwischen der Landkreis mit den wenigsten benutzungspflichtigen Wegelchen außerorts in ganz Deutschland sein. Wären diese Dinger inkl. Verpflichtung wirklich notwendig, müsste man dies (im Vergleich zu anderen, deutlich stärker bezwangsradwegten Landkreisen) eindeutig an einer höheren Zahl von Unfällen im Längsverkehr mit Kfz ablesen können. Doch hier passiert, wie auch beim Todes-Virus, überhaupt nichts auffälliges.

      Der erwähnte schwere Unfall bei Fischbach steht, inkl. der falschen Codierung durch die Polizei (es war eindeutig ein Unfall im Querverkehr, nicht im Längsverkehr) und die (Korrektur; Siehe oben) Zurückweisung meiner Strafanzeige, wirklich exemplarisch für das ganze Elend, welches ich während der letzten 6 Jahre Engagement in Sachen Unfälle, Radwege und Kritik an der polizeilichen Pressearbeit erlebt habe.

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