Coronoia: Krankenschwesternschwatz

Heute ging es mit dem Rennrad in Richtung Vorderpfalz, um mich ein weiteres Mal mit einem anderen Widerständler aus dem Badischen zu treffen. An unserem Treffpunkt stießen zufällig drei Krankenschwestern zu uns, die ihre Mittagspause auf einer Bank in der Sonne verbrachten. Dank meines etwas gesprächigeren und diplomatisch geschickteren Kollegen ergab sich so ein doch recht angenehmes und interessantes Gespräch mit drei Frauen, die direkt an der „Front“ arbeiten.

Bei zumindest einer der Dreien dominierte noch die Angst davor, andere anstecken zu können, die ggf. dann versterben würden. Andererseits ergäbe auch Vieles keinen wirklichen Sinn, bei stärkeren Grippewellen seien die Krankenhäuser ja auch ständig überfüllt. Sie tragen die „Maßnahmen“ zwar mit, stellen sich aber auch vermehrt die Sinnfrage. Dass man bislang nicht selbst auf die Suche nach alternativen Meinungen ging, verdeutlichte die Frage, ob diesen denn die Namen Bhakdi und Wodarg bekannt seien? Wir gaben den Dreien den freundlichen Rat, sich doch einmal die arte-Doku „Profiteure der Angst“ anzuschauen; wo u. a. dokumentiert wurde, dass 2009 zur „Schweinegrippe“ die gleiche Nummer mit den gleichen Akteuren (Drosten, Wodarg, Bhakdi) schon einmal lief. Nur mit einem anderen Ausgang.

Interessant war, dass bzgl. der PCR-Tests von einer der Dreien ein Wert von 24 angegeben wurde, den das (einem größeren Klinikum angehörende) Labor verwenden würde. Vielleicht lag es auch daran, dass – wenn ich mich nicht verhört oder es missverstanden habe – in ihrem Krankenhaus in der ganzen Zeit nur ein einziger Fall registriert wurde? Es gäbe in ihrem Krankenhaus auch keine „Corona-Station“, die Patienten würden alle zentral in ein größeres Krankenhaus in der Region geliefert. Wir wiesen noch einmal darauf hin, dass die WHO oder das RKI ja bis heute keine feste Grenze bzgl. des Ct-Wertes definiert haben, bis zu der die Ergebnisse noch halbwegs aussagekräftig wären. Zumal der Ur-Drosten-Test mit Ct-Werten von weit über 30 entworfen wurde. Ganz davon abgesehen, dass PCR-Tests ja keine Infektionen im Sinne des § 2 IfSG nachweisen können.

Eine arbeitsrechtliche Untersuchung wegen der FFP2-Masken hatten die Drei auch nicht erhalten. Sie nähmen jene aber, so oft es ging (also wenn kein Patientenkontakt besteht) ab. Die Älteste der dreien meinte in einem konsternierten Tonfall, dass sie diese Dinger wohl noch längere Zeit tragen müssten. Ebenfalls interessant war, dass ihr Vorgesetzter diese ganze Sache ebenfalls für stark übertrieben hält. Ein Hinweis auf meine Recherche, dass die standesamtlichen Sterbefallzahlen in Pirmasens, Zweibrücken und dem Kreis Südwestpfalz (eine der ältesten Gegenden des Landes) vollkommen im Durchschnitt lagen, erregte auch keine große Verwunderung. Wenn doch alles so schlimm wäre, dann müssten Schweden, Weißrussland – oder nun auch mehrere US-Bundesstaaten doch inzw. ausgestorben seien?

Alle drei wurden – ohne besonderen Druck von Seiten des Krankenhauses – bislang ein Mal mit AstraZeneca geimpft. Da jene ja nun wieder für jüngere Frauen ausgesetzt wurde, wissen sie nun gar nicht, wann, ob und was sie dann überhaupt als zweite Impfung erhielten. Die erste Impfung hätte bei einigen ihrer Kollegen und Kolleginnen zu teils sehr schweren Nebenwirkungen und auch mehreren Fehltagen geführt. Immerhin war ihr Krankenhaus im Jahr 2020 nicht von Kurzarbeit betroffen; die ironische Frage wurde aber auch als solche verstanden.

Auf die verabschiedenden Worte einer der Dreien mit „Bleibt Gesund!“ antwortete ich: „Danke, aber leider klingt das heutzutage ja eher wie eine Drohung!“ Worüber alle Anwesenden herzlich lachen mussten.

Fazit: Nette und ehrliche Leute. Wenn solche Menschen doch nur einen stärkeren inneren Antrieb hätten oder wenigstens mit der Zeit entwickeln würden, all diesen Wahnsinn zu hinterfragen und sich selbständig auf die Suche nach alternativen Meinungen und Fakten zu machen – dann hätte dieser Wahn schon Mitte letzten Jahres vorbei sein können. Gerade dann, wenn man doch selber direkt an der Front arbeitet. Und sieht, dass das, was in den Medien erzählt wird, so nicht stimmen kann. Nunja, vielleicht treffen wir die Drei ja beim nächsten Mal wieder – und vielleicht haben sie sich ja dann auch mal über Bhakdi, Wodarg und Co. informiert?

Ich und mein Gesprächspartner fuhren dann noch ein Stückchen weiter, zu einer etwas bequemeren Sitzmöglichkeit. Wie beim ersten Mal, suchten wir über mehrere Stunden nach Ideen, wie wir aus dieser Nummer rauskommen sollen? Und leider fanden wir wieder keine; vor allem keine zeitnahe Lösung. Außer vielleicht die Auswanderung. Achja, ich hab mir im Gesicht einen gewaltigen Sonnenbrand eingefangen – wäre mir mit Maulkorb natürlich nicht passiert!


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22 Gedanken zu „Coronoia: Krankenschwesternschwatz“

  1. Die Älteste der dreien meinte in einem konsternierten Tonfall, dass sie diese Dinger wohl noch längere Zeit tragen müssten.

    Sowas in der Art höre ich bezüglich der Maßnahmen in Gesprächen auch öfters: »Wir müssen ja.« – »Ist ja nun mal leider so.« – »Es hilft ja nichts.«
    Alles von Menschen, denen nicht gefällt, was sie tun sollen, die aber nicht auf den Gedanken kommen, das »müssen« mal zu hinterfragen. Irgendjemand hat’s gesagt, also wird’s gemacht. Die denken alle genau zweieinhalb Meter weit, und das war’s dann.

    Wer hat diese Menschen eigentlich zu Untertanen gemacht?
    Arno Gruen und Franz Ruppert fahren ja die Kleinkindheits-Schiene, die ich zwar interessant finde, von der ich mir aber nicht sicher bin, ob ich das unterschreiben würde. Aber irgendwo muß das doch herkommen?!

    1. @Helene
      Ich denke nicht, daß es darum geht (auch nicht von besagten Autoren) alles auf die Kindheit zu
      schieben. Sondern sich klar zu machen, daß diese Zeit sehr prägend ist, da sich der kleine Mensch in
      der Entwicklung befindet (ich könnte hier jetzt noch einiges über Bindungs- und Hirnforschung zum
      Besten geben, aber das würde den Rahmen sprengen). Und dementsprechend viele Verhaltensweisen
      (Anlage zur Ängstlichkeit, Gehorsam, allgemeine Reaktionen uvm.) tief im Menschen verankert sind.
      Da braucht es dann schon den ernsthaften Willen, daran etwas zu ändern. Und Durchhaltewillen. Und
      ggf. die Unterstützung von außen. Da die allgemeinen erzieherischen Maßnahmen (passt ja im Moment wie die Faust auf’s Auge…) in den letzten Jahrhunderten aber eher in Richtung schwarze
      Pädagogik gingen, leben wir schon lange in einem System, das den Gehorsam eher begünstigt (und
      auch wenn es nicht alles erklärt, so finde ich den Gedanken des kollektiven Unbewussten in diesem
      Zusammenhang durchaus passend). Und sich dagegen aufzulehnen kostet halt Kraft und Mühe.
      Ich meine, letzten Endes wünsche ich mir auch schon lange, einfach mein Leben leben
      (ohne ständige Einmischung von außen) und meiner Arbeit nachgehen zu können und z.B. die Natur
      zu genießen. Ich bin dieses ständige Kämpfen (für was auch immer) leid. Ändert aber nichts daran,
      es weiter tun zu müssen (wenn ich mich noch im Spiegel anschauen möchte).

  2. Hallo Helene,

    ja, wo kommt das her? Das frage ich mich auch, und es wirft mich auch jedesmal auf mich selbst zurück. Es wäre vermessen, mich selbst als mutig zu bezeichnen. Doch gestern hatte ich ein Erlebnis, das mich immer noch beschäftigt.

    Ich kam zu einer Imbissbude, in der eine Gruppe Männer hinter dem Tresen tätig war. Es gab ob der regen Nachfrage auch genug zu tun. Doch sie machten ihren Job »einfach so« – ohne Abstände, ohne Masken – eben »einfach so«, wie in der »Alten Normalität«. So bin ich eben auch ohne Maske »einfach so« reingegangen und habe mir meine Sachen geholt. Wir grinsten uns dabei verschwörerisch an.

    Ich muss hinzufügen: Es stand selbstverständlich kein Polizist oder Ordnungsamts-Beamter (bzw. Beamtin) in der Nähe. Doch jetzt kommt’s: Ich war von den vielen Kunden der Einzige, der das so verstanden und gehandhabt hat. Alle Anderen standen brav mit Masken und 1,50 Meter Abstand an.

    Ich verstehe es nicht. Da signalisiert mir mein Gegenüber: Hier brauchst du dich nicht an diese idiotischen Regeln zu halten, und niemand nimmt das Angebot an! Bin das noch immer am »verdauen«. Mir scheint, nicht nur nach dieser kleinen Anekdote: Offenbar wollen die allermeisten Leute das, zumindest insgeheim, was da gerade passiert. Dieser Schluss drängt sich mir immer mehr auf, und ich bin dabei, die Konsequenzen zu ziehen.

    Weiß nur nicht, wo ich hingehen soll. Spüre nur, dass ich hier ein Fremdkörper bin, warum auch immer. Vielleicht kommt mir dazu ja noch eine österliche Erleuchtung. Wenn ja, lasse ich sie Dich, Euch gerne wissen.

    1. @Claus
      Das, was Du beschreibst, ist, einerseits, dieser elende vorauseilende Gehorsam. Man kann eine ganze Menge austesten, auch jetzt in Corona-Zeiten, und kommt verdammt weit damit. Tut aber fast keiner. Du hast es jetzt einmal ausprobiert, mach das wieder und wieder, so oft es nur geht!
      Zum anderen sind es, leider, die Leute, die den Scheiß glauben. Oder sich zumindest nicht so sicher sind, und dann doch lieber vorsichtshalber Abstand halten und Angstlumpen tragen.
      Zweifel säen (und jeder, der keinen Maulkorb trägt und sich nicht an die Regeln hält, tut genau das) hilft. Also: Geh und säe Zweifel.
      😉

      1. Ja, danke! Genau das! Dazu ein kleiner Nachtrag von heute Nachmittag: Ich kam am Supermarkt an, und sie hatten dort schon einen Wachmann engagiert, der darauf achten sollte, dass auch genau die Anzahl Leute reingeht, die vorgeschrieben ist, und natürlich auch, dass alle mit einem Kaffeefilter vorm Gesicht versehen sind.

        Ich habe mir trotzdem erst mal einen Gesichtslappen aus Baumwolle angezogen. Der sieht aus als hätte ich mir ein Schlabberlätzchen von der Brust aus übers Gesicht gezogen. Den gedenke ich auch zu nutzen, so lange es geht. Ich muss dazu kurz anmerken: Seit Monaten(!!) habe ich hier niemanden, ich wiederhole: niemanden, ohne irgendeinen Maulkorb einkaufen sehen. Es müssen etliche Leute Maskenbefreiungsatteste haben, doch niemand nutzt sie. Ein Bekannter, der eines hat und es sogar laminiert umgehängt trägt, berichtete schon vor einem halben Jahr über fortlaufende Anfeindungen und Pöbeleien.

        Zurück zum Supermarkt. Ich begann eine Debatte mit dem Wachmann, im Sinne von »Ich verstehe, Sie machen hier Ihren Job, doch wie weit würden Sie mitgehen!« Es wurde kurz hitzig, denn er fühlte sich offenbar angegriffen. Gleichzeitig bekam ich mit, wie drinnen kurz hinter der Eingangstür eine jüngere Kundin, ich denke Ende dreißig, mit zwei Angestellten des Supermarktes debattierte. Auch hier ging es um die Masken, und ziemlich hitzig.

        Ich habe inzwischen gezwungenermaßen ein Kaffeefilter dabei, denn ich hatte diesbezüglich schon letzte Woche eine Auseinandersetzung mit dem Wachmann eines anderen Supermarktes. Also hing ich mir den vors Gesicht, so schlampig wie möglich, und »durfte dann rein«. Kurz davor kam noch ein älterer Mann mit OP-Maske – und wurde vom Wachmann resolut abgewiesen: Entweder Kaffeefilter oder kein Einlass. Er war wütend, machte eine grummelige Bemerkung und ging wieder, wie nun auch die Kundin, die bis eben hitzig drinnen debattiert hatte. Ich machte ihr beim Reingehen ein ermutigendes Zeichen, weiß aber nicht, ob sie’s gesehen hat. Sie war sehr aufgebracht.

        Als ich rauskam, nahm ich noch mal das Gespräch mit dem Wachmann auf – natürlich ohne Kaffeefilter. Auch er hatte seine (OP-) Maske runtergezogen und rauchte. Wir hatten uns beide beruhigt, und ich sagte ihm noch mal sinngemäß, dass ich verstehen würde, dass das ein Scheißjob sei – zumindest zur Zeit. Ich hatte das Gefühl, da war was zwischen uns entstanden, denn er lächelte mir zu, und ich wünschte ihm alles Gute. Mit dem Gefühl, ein Geschenk bekommen zu haben radelte ich von dannen.

        Nur eine kleine Episode, weit entfernt vom »Großen Widerstand«. Aber genau wie Du sagst: Zweifel säen, ins Gespräch kommen. Das ist heute schon viel. Und diese kleine Szene, ja fast ein kleines Impro-Theaterstück, das sich da ergeben hat, zeigt mir auch, dass offenbar mehr Leute an dem Punkt sind aufzumucken. Ein Körnchen Hoffnung in einer irren Zeit.

        1. Bei Euch (in Berlin?) muß es aber wirklich schlimm sein.

          Hier gibt es schon seit Monaten (halbes Jahr?) keine Security mehr in den Supermärkten. Manchmal in dem einem, da checken irgendwelche jungen Leute an Samstagen, ob auch jeder einen Einkaufswagen hat. Dann gehe ich immer von hinten durch den Kassenbereich. Gestern stand da so eine blöde Verkäuferin, die mich nicht durchlassen wollte. Hab ich zu ihr gesagt: »Dann kauf‘ ich halt woanders ein« und bin zu REWE gegangen. Die sind da nämlich total schmerzbefreit: haben so gut wie nie ein Problem mit meiner Maskenlosigkeit und haben auch ihre Einkaufskörbe nicht weggeräumt. Ich lasse mich nämlich nicht zu Einkaufswagen nötigen und klaue mir im oben erwähnten Supermarkt immer irgendwo einen leeren Karton aus dem Regal, um meine Waren reinzulegen. Hat bislang auch immer gut geklappt.

          Bei der Bank gibt es noch Security, aber die fragen auch nur noch selten nach und lassen sich das Attest nicht mehr zeigen, seit ein Kunde ihnen im letzten Sommer mit Klage gedroht hat. Mit denen rede ich aber auch öfters mal. Wie ich überhaupt angefangen habe, die Leute auf die gesundheitlichen Folgen anzusprechen. Da die das ja alle an sich selber merken, ist das ein recht guter Aufhänger.

          Aber das ist eben auch das schlimme: es gibt keine Security mehr und das Verkaufspersonal ist nicht mehr so hinterher wie letztes Jahr, und dennoch geht niemand ohne Maske. Die sind schon schön brav, die Deutschen…

          1. Ja, hier in Berlin ist nicht nur fast überall Security, sondern sie verlangen jetzt sogar einen obligatorischen Schnelltest zur Einkaufen – noch nicht für die Supermärkte, noch nicht, doch für alle anderen Geschäfte. Ob das logistisch zu schaffen ist, muss offen bleiben. Söder wirft seinen Schatten voraus.

            Die Atmosphäre hier in der Stadt hat sich aus meiner Sicht leider mehr und mehr in Richtung schwäbische Biederkeit verschoben. Fast alles Rebellische und Schräge ist verschwunden, was für mich mal den Reiz der Stadt ausgemacht hat. Böse gesagt ist das das große »Stuttgart des Nordostens« geworden.

          2. sie verlangen jetzt sogar einen obligatorischen Schnelltest zur Einkaufen

            @Claus
            Ich glaube ja, wenn alle das boykottieren würden, dann hätte sich das sehr bald. Aber da fehlt es halt an Widerstand, obwohl das eine Form ist, bei der sich niemand outen muß. Noch sind wir zumindest nicht soweit, daß man öffentlich erklären müßte, warum man irgendwo nicht einkaufen war…

            Zu Berlin: vielleicht ist es an der Zeit, die Zelte abzubrechen und an einem besseren Ort weiterzuleben?

          3. Ich glaube ja, wenn alle das boykottieren würden,

            Gewagte Annahme. Sie haben bislang alles mitgemacht (vor allem bei den Maulkörben). Sie werden auch weiter alles mitmachen. Inkl. Impfpflicht.

            und an einem besseren Ort weiterzuleben?

            Wo soll der sein? Hier in D?

  3. Ich habe mich bis heute 3 mal wegen den Masken geprügelt.
    2 durch KO in der ersten Runde und einmal musste ich nach dem ersten Schlag ganz schnell die Beine in die Hand nehmen, weil der Mob hinter mir her war.
    Bei uns in der Fußgängerzone herrscht Maskenpflicht.
    Ohne Maske komme ich schon rein theoretisch nicht einmal zu meinen Autos.
    Ich habe nie zuerst zugeschlagen, aber die Leute wollten mich festhalten.

    1. @Publicviewer
      Ich laufe seit Monaten durch Zonen mit Maskenpflicht, aber mich hat noch kein einziges Mal jemand darauf angesprochen. Weder Mitmenschen noch das Ordnungsamt, noch die Polizei. Tatsächlich war ich in den letzten zwei Monaten (aus harmlosen Gründen) sogar zweimal in der örtlichen Polizeistation, und dort hat man zwar an der Außentür ein Schild hängen (Abstand, Maske, habichvergessen), aber niemand hat mich drinnen (wo auch keiner Maske trug) darauf angesprochen.
      Wo auch immer Du wohnst, es scheint dort schlimm zu sein. Die letzten haßerfüllten Tiraden meiner Mitmenschen mußte ich im letzten Sommer über mich ergehen lassen. Und ich trage meinen unverhüllten Kopf hoch, so ist es nicht…

      1. Bei (lieb und nett dreinschauenden) Frauen 😉 ist die Hemmschwelle, sie blöd anzumachen, denke ich wesentlich größer als bei Männern.

        1. lieb und nett dreinschauen

          Was ist das? Kenn‘ ich nicht.
          (Meine Mutter pflegte immer zu sagen: »Guck doch nicht so böse.« – Männer, die mich anbaggern, versuchen es gerne mit: »Lach‘ doch mal.«)
          ;-p

          1. Und die, die eben nicht lieb und nett dreinschauen, haben einen gewissen Nachteil. Außerdem glauben viele Besserwisser, daß man Frauen ohnehin die Welt erklären und ihnen zeigen muß, wo es langgeht. Diesbezüglich sind dann nämlich wieder die Männer besser dran.
            Und nu? Ich glaube nicht wirklich, daß es aufs Ganze gesehen einen Unterschied macht, ob ein Mann oder eine Frau keine Maske trägt und sich nicht an die Abstände hält.

          2. Sorry, aber Frauen und Kinder werden im öffentlichen Leben nur sehr selten angegriffen.

      2. Hallo Helene,

        dies deckt sich mit meinen Erfahrungen. Die Wellen der Blockwart- oder angstinduzierten Anpöbeleien gegenüber mir beim Nichtmasketragen hatten letztes Jahr ihr Maximum, seitdem sind mit wenigen Ausnahmen vernünftige Gespräche zum Hintergrund (gesundheitliche Gründe) möglich. Wenn sie auch nicht immer zum Ziel (Wareneinkauf) führen, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis noch tragbar, da ich die Coronasituation momentan noch als psychologisches Spielfeld mitbenutze und an allen Ecken, wo mich jemand (Behörden,…) auf ein neues-Normaltität Gleis drängen will, ich auf meine Art interveniere (Internet,.Telefon hab ich net, wird mir das von euch zugesandt?). So wie Stricker es sagte, jeder soll im Rahmen seiner Möglichkeiten Widerstand leisten, idealerweise freundlich, heiter, unverbissen aber unbequem, dann kommen wir in eine lebenswerte Normalität – und damit meine ich nicht die Prä-Corona-Ära, wo die Gesellschaft, wenn auch langsamer, im Geleit des immer „perfekteren“ Kapitalismus dahinsiechte.

        Gruss

  4. Als „Fremdkörper“ fühle ich mich schon einen Großteil meines Lebens. Weil meine Art zu denken, zu
    fühlen und wahrzunehmen sich offensichtlich nicht mit der eines Großteils der Menschen deckt. Und
    ich das auch immer wieder zu spüren bekommen habe (bis heute). Habe mich lange Zeit damit rumgequält. Hat aber (nach einem langen Prozess, der nach wie vor anhält) letzten Endes dazu geführt,
    daß ich mir heute näher bin als je zuvor. Das macht mich zwar nicht unbedingt glücklicher, allerdings
    hauen mich gewisse Dinge auch nicht mehr so um.
    Zwei Sätze, die ich bei Andrea Brackmann gelesen habe :
    „Die Welt ist voller Torheit, Dumpfheit, Inkonsequenz und Ungerechtigkeit. Es gehört viel Mut dazu,
    diesen nicht das Feld zu räumen“ (Goethe).
    „Dieser Planet ist vermutlich das Irrenhaus des Universums“. Quod erat demonstrandum…

  5. Dennis,
    Entschuldigung wegen dem Sonnenbrand. Mir hat die Sonne auf das schwarze Haupthaar ordentlich die Grütze kochen lassen (leicht gaga gegen Ende), aber vom Sonnenbrand dafür verschont geblieben, auch im Nacken. Clever wäre eine halbstündliche Sitzplatzrotation gewesen, aber bequemer war nunmal sitzenbleiben.

    Gute Besserung und Danke für dieses dufte geschriebene Tagesprotokoll!

    1. Ich hatte ja Sonnenspray dabei; hätte es mir halt vielleicht auch in die Visage, statt nur auf die Arme und Beine schmieren können. 😉 War auch nicht so wild; morgen dürfte es dann schon braun sein. Und du denkst dann beim nächsten Mal an einen Hut, Mütze oder einen Turban. 😉 Ich schau auch mal nach einem schattigeren Plätzchen.

    2. Hinterher hatte ich mir noch zwei Bollen Eis am Außenthekenverkauf gegönnt, ohne jegliche Diskussion wegen Nichtmasketragens. Seitlich hingen irgendwelche Hinweisschilder, aber viele Verkäufer checken so langsam, daß es nicht nötig/ihre Pflicht ist, nach Gründen zu bohren, sondern gediegen davon ausgehen können und gut ist.

      Wenn ich einen Laden hätte würde folgendes Schild in tendenziell größer (statt kleiner) werdender Schriftgröße hängen: „Das Tragen einer Maske ist (leider) vorgeschrieben, sofern diese aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen nicht getragen werden kann.“

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