Coronoia: Hätte, Hätte, Fahrradkette

Ich habe ein Problem: Man bekommt seit über einem halben Jahr in nahezu allen online-Shops kaum noch (halbwegs erschwingliche) Fahrradketten. Seit Monaten sind die sonst von mir verwendeten Ketten ausverkauft; es werden Lieferzeiten von mehreren Monaten angegeben. Das betrifft vor allem die 11-fach-Ketten, die ich am neuen MTB benutzen muss. Nach etwas mehr als zwei Jahren kann ich sagen, dass all meine Befürchtungen, was Haltbarkeit und Praktikabilität betrifft, berechtigt waren. Die Dinger sind ruckzuck runtergenudelt (d. h. gelängt) und müssen ständig ausgetauscht werden, teils schon nach nicht einmal 2.000 km. Die Kassetten sind schlicht zu groß, breit, schwer – und die Schaltvorgänge daher auch nicht wesentlich besser, weil der Schräglauf teilweise immens ist.

Als ich jung war, waren gerade die 3×7-Systeme modern. Wer wirklich hip sein wollte, hatte ein MTB mit 21 Gängen! Und das war vermutlich dann auch schon die Spitze der Entwicklung im Antriebsbereich für Fahrräder. Heute wird quasi jährlich irgendein neuer, vollkommen unnötiger Standard entwickelt, wie 2×11 oder neuerdings auch 1×12. Als wenn es hier noch irgendeiner alles umwälzenden technischen Revolution bedürfen würde. Im Ergebnis also alles mal wieder kapitalismustypischer, obsoleszenter Mist. Dass ein wichtiges Antriebsteil wie eine Kette eher breiter, denn schmäler zu mehr Stabilität und Haltbarkeit führt, dafür braucht man kein Ingenieurstudium. Mir ist bspw. auch nicht bekannt, dass die Kette bei Motorrädern so oft gewechselt werden muss wie an einem Fahrrad. Jedenfalls fuhr ich die jetzige Kette seit letzten Herbst (als ich auch Kettenblatt und Kassette wechseln musste), den ganzen Winter hindurch. Eben auch deshalb, weil es einfach keine (halbwegs günstigen) Ketten mehr zu bestellen gab.

Die bislang von mir verwendeten 11-fach-Ketten von KMC (17,99 Euro bei bike-discount) oder YBN (18,99 Euro) sind seit Monaten ausverkauft, das Günstigste, was man derzeit kriegen kann, ist eine CN-HG601 von Shimano für gediegene 30,95 Euro. So viel Kohle für eine Kette, die maximal 2.500 km läuft, ist Wucher, den ich mir gerade derzeit sowieso nicht leisten kann. Zumal ich eben auch wegen der viel zu langen Nutzung der alten Kette auch gleich wieder eine neue Kassette und evtl. auch wieder ein neues, „großes“ Kettenblatt benötige. Seit meiner letzten Tour mit dem MTB ist die jetzige YBN-Kette kurz davor, zu reißen. Was vermutlich daran liegt, dass sich ein Kettenglied bei einem unsauberen Schaltvorgang leicht verbogen hat. Der Versuch, jenes wieder geradezubiegen, führte zu einem Riss, welcher auch bald dazu führen wird, dass die gesamte Kette reißt. Das MTB ist also derzeit nicht mehr nutzbar. Ein 11-fach-Kettenschloss zum „Flicken“ hab ich leider auch keins in Reserve.

Mein Radhändler meint, diese Knappheit läge daran, dass sich Fahrradketten wegen der „Lockdowns“ zu einer Art „Klopapier“ entwickelt hätten. Also dass die Menschen wie wahnsinnig Ketten gehamstert hätten. Das kann ich mir jetzt nicht so wirklich vorstellen, weil gerade die 10- und 11-fach-Systeme überwiegend nur an Sporträdern verwendet werden. So eine Hamster-Panik wäre vielleicht für ein paar Wochen im letzten Frühling eine Erklärung gewesen. Das müsste sich allerdings global inzwischen entspannt haben, da ja bei den örtlichen Händlern entsprechend viel hätte liegenbleiben müssen. Nur er selbst hat auch kaum noch etwas auf Lager. Und die Hersteller kämen auch weiterhin mit der Produktion nicht hinterher.

In der Regel hatte auch ich immer mind. eine oder zwei Ketten in Reserve zuhause, meistens habe ich sie immer bestellt, wenn sie durch eine Rabatt-Aktion im Angebot waren. Aber dank des Corona-Wahns sind diese Vorräte natürlich im letzten Jahr ebenfalls zusammengeschmolzen. 10-fach-Ketten habe ich jetzt fürs Rennrad noch eine auf Reserve, die ich auch bald montieren muss. Und in diesem Segment ist derzeit leider auch nichts im üblichen Preisbereich von 13,99 (YBN) bis 16,99 Euro (KMC) zu bekommen. Auch da fängt es erst bei 27,99 Euro (KMC) an.

Auch bei den 11-fach-Kassetten sind die günstigeren Modelle derzeit alle ausverkauft. Die SunRace MX8 11-fach Kassette 11-50 ist mit schlappen 89,95 Euro das derzeit günstigste, vorrätige Modell bei bike-discount. Bei den anderen Anbietern, bspw. Rose oder bike24 sieht es auch nicht viel besser aus.

Ich denke, dass das deutliche Anzeichen für die global zusammenbrechenden Lieferketten sind. Auch die Rohstoffproduktion und -verarbeitung wird wegen zunehmender Knappheiten eben in den wichtigeren, finanziell mächtigeren Sparten konzentriert; dann geht das Zeug, das für die Herstellung von Fahrradketten oder anderen Fahrradkomponenten nötig ist, vermehrt in die wichtigeren, teureren Sektoren wie bspw. der KfZ-Industrie.

Im Endeffekt heißt das, wenn die teureren Modelle auch bald noch knapp werden sollten, dass man nach einem Kettenriss nicht mal mehr radfahren kann! Ich jedenfalls kann mir es derzeit schlicht nicht leisten, alleine 120,- EUR für eine neue Kassette + Kette hinzulatzen.


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3 Gedanken zu „Coronoia: Hätte, Hätte, Fahrradkette“

  1. Lieber Dennis,
    ich hätte da einen unkonventionellen Vorschlag: Zu Fuß gehen!
    Und wenn es demnächst auch am nötigen Schuhwerk gebricht:
    Beim Barfußlaufen wird im Gegensatz zur Schuhsohle die Hornhaut immer dicker. Der Körper ist schon genial, nicht wahr!
    Okay, das war jetzt unfair gegenüber einem passionierten Straßenradsportler; aber das wird wohl der Weg sein, den sich diese Gesellschaft entschieden hat, zu gehen!
    Herzlich, Steffen Duck!

    1. Das mag zur Not auch möglich sein, wenn ich nicht schon seit jeher äußerst lauffaul gewesen wäre. 😉 Außerdem sind die Radien – Siehe mein „Fernweh“ nach Frankreich – dann auch deutlich kleiner. Mir ging es auch mehr um die Kritik am Wirtschaftssystem, als auch der Anzeichen für die kommenden Verwerfungen, die durch die „Lockdownpolitik“ ausgelöst werden, von denen ein Großteil der Deppen da draußen, die meinen, demnächst werde alles wie vorher, noch nicht einmal zu alpträumen wagen.

  2. Ja, da wird wohl noch einiges kommen an Verwerfungen. Und dass Qualität immer mehr zugunsten von Quantität aufgegeben wird ist aus meiner Sicht ein Trend, der das Ganze noch mal heftiger machen wird. Die überwältigende Mehrheit wird in der Tat aus allen Wolken fallen, wenn das dann so richtig an Fahrt gewonnen hat…

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