Coronoia: Offline

„Unwissenheit ist Stärke“ lautet eine der Inschriften auf dem Ministerium für Liebe in Orwells „1984“. Ich wurde zuletzt auch wieder einmal besonders garstig, als mich jemand aufforderte, mir meine individuelle Wahrnehmung der Situation mit euphemistischen Begriffen schönzureden. Die gekappte Internetleitung hier entzog mich zwangsweise sechs Tage jeglicher Information über Corona, die Ukraine und den ganzen anderen Scheiß. War es heilsam? Eher nicht. Zwar hat die Frequenz, mit der es in diesem „Sommer der gelockerten Fesseln“ zu Hiobsbotschaften kommt, deutlich nachgelassen und das einzige, was ich wirklich mitbekam, war in einem Gespräch mit einem befreundeten Ehepaar die Sache mit Ronny Weikl, der die strafbare Gotteslästerung begang, Menschen von dem Hakenkreuz-Armbinden-Äquivalent der Coronazis zu befreien. „Coronoia: Offline“ weiterlesen

Coronoia: Nüchterne Lappenbefreiung

Seit nunmehr drei Wochen „darf“(!!!) ich wieder in Supermärkten einkaufen. Wieder etwas anderes essen als Nudeln mit Braten- oder Tomatensoße, Bratkartoffeln, Knödeln, Reis und was man sonst so (unter geschickter Ausnutzung aller möglichen Rabatte) beim bösen amazon bestellen konnte. Fleisch. Wurst. Obst. Brötchen. Brot. Andere Backwaren. Tiefkühlkram. Für mich war der 4. April nach zwei Jahren konsequenter Verweigerung wirklich ein „Tag der Freiheit“. Für die allermeisten jedoch nicht. Sie passten sich während dieser zwei Jahre einfach an; und tun das selbst heute noch, wenn sie in Bus oder Bahn, beim Arzt oder im Rahmen der Lohnknechtschaft weiterhin den Lappen des Landvogts Lauterbach grüßen. Und vermutlich hatten sie daher auch keinen wirklichen Grund, den zeitweisen Wegfall dieses Unterjochungsinstruments in irgendeiner gebührenden Weise zu feiern. Im Herbst werden sie ihn sofort alle wieder überstreifen. Määäääh! „Coronoia: Nüchterne Lappenbefreiung“ weiterlesen

Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 5)

Heute brauchte ich ewig, um mich aus dem Bett zu quälen. Es gab gen Wochenende mehrere Tiefschläge, die mich wieder mal in ein depressives Loch gestürzt haben. Eine Rolle spielte dabei leider auch die örtliche Gruppe. Ich hatte dementsprechend hart mit mir zu kämpfen, um mich überhaupt auf meine tägliche Runde mit dem Rad zu begeben. Ursprünglich wollte ich nach der dauernassen Phase mal wieder das Rennrad ausführen; von Norden drückten allerdings wieder ein paar Schauerwolken rein. Also eierte ich ziemlich demotiviert mit dem MTB ein Stück durch Frankreich und anschließend nordwärts in Richtung der Nachbarstadt Zweibrücken. Wo heute verkaufsoffener Sonntag war. Und ich die Gelegenheit zu einer weiteren Lappen-Sondierung nutzen wollte. „Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 5)“ weiterlesen

Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 4)

Es scheint doch noch zu werden; so ganz allmählich. Leider fiel heute wegen des nächtlichen Wintereinbruchs in der Pfalz der samstägliche Waldspaziergang, als auch das anschließende Abendprogramm aus. So drehte ich meine tägliche Runde mit dem MTB über die teils ordentlich angezuckerte Sickinger Höhe und kaufte gegen Abend nochmal im Edeka und Kaufland etwas ein. Und ich muss sagen, dass ich einen gewissen Fortschritt beobachten konnte; die Quote der Belappten lag gefühlt nur noch bei 60 bis 70 Prozent. Das sind natürlich jedes Mal nur Momentaufnahmen, aber gerade die ganzen unsicheren Mitläufer scheinen sich dann doch vermehrt zu trauen, ihr Antlitz zu entblößen. Interessant fand ich einzelne Ehepaare; der/die eine verhüllt, der/die andere nackig. „Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 4)“ weiterlesen

Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 3)

Den älteren meiner beiden jüngeren Brüder habe ich vor allem während der Kindheit und Jugend sehr gerne vor seinen Freunden aufgezogen. Denn er nuckelte noch bis ins Grundschulalter hinein regelmäßig seinen von Mutti in der Mikrowelle aufgewärmten Kaba aus dem Babyfläschchen! Ich habe schon lange keinen Kontakt mehr zu ihm, kann mir aber auch gut vorstellen, dass auch er zu den rund 85 Prozent (von mir geschätzt) gehört, die sich beim Einkaufen regelmäßig als infantile Volldeppen outen, indem sie sich (völlig unbeeindruckt vom Wegfall der Pflicht) weiterhin den entwürdigenden Gessler-Lappen vor die Atemwege spannen. „Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 3)“ weiterlesen

Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 2)

Der 4. April 2022. Zeit, der nackten Wahrheit ins Gesicht … ähm, Moment, verdammt! … der verschleierten Tristesse in die Rest-Visage zwischen Augen und Stirn zu blicken. 708 Tage ist es jetzt her; als ich am 25. April 2020 in Contwig ein letztes Mal einen deutschen Supermarkt betreten habe. Einen missglückten Rechercheversuch in einem etwas weiter entfernt gelegenen Rewe mal ausgenommen. Aber ich bin halt zäh; ich grüße keine Gesslerhüte. Never! Es war auch nicht verkehrt, dass ich mich in den letzten Wochen in Frankreich ein wenig abhärten konnte. Wobei ich ehrlich gesagt sogar ein klein wenig überrascht war, als ich um kurz nach halb Zwölf das große Pirmasenser Kaufland in der Zweibrücker Straße betrat. Es waren auf Anhieb gar nicht mal sooo wenige Naggischgesichter, in die ich schauen durfte. „Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 2)“ weiterlesen

Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 1)

Der 3. April 2022! Der Tag der Entlappung! Nach fast zwei Jahren Gesichtsverschleierungspflicht durch das Terrorregime der Coliban ist es Spinnern wie mir tatsächlich wieder möglich, „legal“ (man könnte jetzt ein ganzes Buch über die in diesem Zusammenhang vollkommene Absurdität dieses Wörtchens schreiben) die Filialen der Sparkasse und der Sparda-Bank zu betreten, um dort ein wenig Knete umzuschichten. Wobei; am Eingang hing natürlich noch das volle Programm, von wegen Personenbegrenzung, Gessler-Lappenpflicht 2.0 (also Operateur-Outfit bzw. Filtertüte) und Abstände. In der Sparkasse war ich leider allein; obwohl dort ja eigentlich immer irgendwer seine Scheißkarre auf dem Gehweg parkt. Und dann bemaulkorbt vor der Tür in der Kälte wartet, bis er rein darf. Schade. „Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 1)“ weiterlesen

Coronoia: Der Maulkorb fällt

Ich kann es immer noch nicht so ganz glauben, aber der Maulkorb fällt nun auch in Rheinland-Pfalz. Mit dem Inkrafttreten des § 2 der 33. CoBeLVO ist der Entwürdigungsfetzen ab dem 3. April im Alltag weitestgehend Geschichte. Ich gehe allerdings davon aus, dass es hier zumindest in den ersten Wochen wie in Frankreich aussehen wird; also eine Mehrheit weiterhin mit der Gesichtswindel oder dem Kaffeefilter durch die Supermärkte, Geschäfte und sonstige Innenräume wandeln wird. Für mich bleibt die Gessler-Lappen-Pflicht mit das größte Verbrechen, welches innerhalb der letzten beiden Jahre begangen wurde. Und ich bin mir auch sicher, dass er eher früher, denn später wiederkehren wird. Doch wie einst Wilhelm Tell werde ich mich dieser öffentlichen Zurschaustellung von Untertänigkeit niemals beugen. Ihr könnt mich (ohne Maske!) „im Arsche lecken„! „Coronoia: Der Maulkorb fällt“ weiterlesen

Coronoia: Visages nus

Heute war mein coronoider Kumpel zum dritten Mal innerhalb der letzten drei Wochen für einen Einkauf in Frankreich. Dieses Mal lief es nicht ganz so entspannt für ihn. Zwar hatte sich, während er so durch die Gänge des Match-Supermarktes ging, wieder eine erkennbare Mehrheit eine Gesichtswindel oder Filtertüte über die Visage gebunden; allerdings nur noch etwa im Verhältnis von 70 zu 30. Stellvertretend für die schamlosen, ihre unbedeckte Nase zur Schau stellenden Gesichtsnudisten waren erneut zwei Angehörige der französischen Armee (eine junge Frau und ihr Kollege); ich habe fast den Verdacht, dass es da ggf. sogar eine Anweisung gibt. „Coronoia: Visages nus“ weiterlesen

Coronoia: Les mercredis à Bitche

Mein coronoider Kumpel 😉 ist am Mittwoch mal wieder in die französische Festungsstadt gefahren, um für mich auch ein paar Brioches, Kekse, Orangennektar und Barilla-Nudeln (im Angebot für 1,21 Euro das Kilo!) einzukaufen. Ich weiß zwar nicht, wie die Versorgungslage in deutschen Supermärkten ausschaut, aber in Bitche seien die Regale gut gefüllt gewesen; kein Mangel erkennbar. Was die Lappenquote betrifft, konnte er keinen signifikanten Unterschied zur letzten Woche bemerken. Die Franzosen lieben ihr lebensrettendes Lätzchen offenkundig wirklich inbrünstig; die Quote der Nacktgesichter habe auch dieses Mal bei nur 10 bis 20 Prozent gelegen. „Coronoia: Les mercredis à Bitche“ weiterlesen