Schillerstraße: Der Bescheid

Heute flatterte eine förmliche Zustellung in meinen Briefkasten. Schneller als erwartet hat die Stadtverwaltung mir den Widerspruchsbescheid zu meinem am letzten Dienstag im Stadtrechtsausschuss zurückgewiesenen Antrag, die Schillerstraße in Pirmasens für den Radverkehr zu öffnen, zugestellt. Wie zu erwarten war, ist die rechtliche „Begründung“ so erbärmlich, wie es der Verlauf der Sitzung bereits erwarten ließ; man meint allen Ernstes, eine Einbahnstraßenregelung sei kein Verbot des fließenden Verkehrs, weswegen § 45 (9) S. 3 StVO nicht anwendbar sei. Für gerade mal 2 DIN-A4-Seiten hat es gelangt. „Schillerstraße: Der Bescheid“ weiterlesen

Die Schillerstraße im Rechtsausschuss

Gesamtheit von fehlerhaften, minderwertigen Produkten, Werkstoffen, Werkstücken, Waren, die aussortiert werden.

So definiert der Duden eine Bedeutung des Wortes „Ausschuss“. Dass das Recht in der radfahrerhassenden Stadt Pirmasens auch nur eine Ausschussware ist, hatte jene mir ja nicht erst vor einigen Tagen bewiesen (übrigens zwei Tage nach dieser realsatirischen Pressemeldung). Sie hat es auch heute noch einmal bekräftigt, als man mich in den sogenannten „Stadtrechtsausschuss“ geladen hatte, wo Widersprüche von Bürgern gegen Bescheide der Stadtverwaltung behandelt werden. Es ging um die kategorische Weigerung der Stadt, (nicht nur) die Schillerstraße (eine Einbahnstraße) für Radfahrer freizugeben. „Die Schillerstraße im Rechtsausschuss“ weiterlesen

Pfälzerwald-Marathon 2022

Ein Schwurbelkollege, den ich seit einiger Zeit auch auf dem Rennrad und MTB durch die Gegend scheuche, lief heute die halbe Strecke beim Pirmasenser Pfälzerwald-Marathon mit. Also eine passende Gelegenheit, wieder mal die dicke alte Kamera einzupacken und ein paar Aufnahmen im Genre „Sport“ anzufertigen. Auch, um diese doch sehr verwaiste Kategorie in diesem Blog nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen. Leider ließen sehr dichte Wolken und der dunkle Wald mit meiner alles anderen als High-End-Kamera und der lichtschwachen Scherbe keine Meisterwerke zu. Es folgt eine kleine Auswahl; überwiegend von den Läufern und Läuferinnen der Halbmarathon-Distanz. „Pfälzerwald-Marathon 2022“ weiterlesen

Die Stadt Pirmasens hasst Radfahrer

Neulich schrieb mir Udo, der seit vielen Jahren eine der informativsten Seiten über das Thema Radwege und „Helme“ betreibt, es sei auch nötig, dass das Scheitern dokumentiert werde. Ich wusste nicht, wie ich darauf antworten sollte, ohne dass es wie üblich richtig tief ins Episch-Philosophische abgleiten würde. Liegt die Tragik eines Sisyphus wie mir nicht darin, dass die Grundlage seines Scheiterns das Scheitern anderer ist? Als ich gestern von der Stadt in Richtung meines Heimatortes fuhr, fragte ich mich einmal mehr, ob das, was man mir da in den Weg stellte, die pure, banale Bösartigkeit von Eichmännern oder einfach nur die absolute Form der Inkompetenz behördlichen Handelns darstellt? „Die Stadt Pirmasens hasst Radfahrer“ weiterlesen

Coronoia: »Zu gefährlich!«

Es ist bestimmt schon zwei bis drei Wochen her; da war ich auf dem MTB in der Zweibrücker Straße stadteinwärts unterwegs; einer der Pirmasenser Hauptverkehrsstraßen (K 1) in Nord-Süd-Richtung. Als ich in einer Pkw-Schlange an der roten Ampel vor der Profine-Werkseinfahrt stand, bretterte auf dem freigegebenen Gehweg (max. Schrittgeschwindigkeit) rechts neben mir ein ca. 18 bis 20 Jahre junger Mann, ebenfalls auf einem MTB, vorbei. Diese kleine alltägliche Episode steht sinnbildlich dafür, dass sehr viele Menschen absolut unfähig sind, alltägliche Gefahren halbwegs objektiv einzuschätzen. Woraus dann in der Summe exakt so ein auf geschürten Ängsten basierender Wahn resultiert, den wir seit über zwei Jahren erleben müssen. „Coronoia: »Zu gefährlich!«“ weiterlesen

Coronoia: Unerwünschte Kritik

Ich habe mir jetzt einige Zeit Gedanken gemacht, ob die Sache es überhaupt wert ist, hier thematisiert zu werden. Warf man mir doch neuerdings auch vor, ich hätte – welch frevelhafte Tat! – öffentlich über meine eher unschönen Erlebnisse im Zuge jener Gruppierung, in die ich zu Beginn des Jahres fand, (ziemlich vage) berichtet. An der positiven Propaganda hingegen hatte man nichts auszusetzen. Letzten Endes trat ich diese Woche offiziell aus dieser Gruppierung aus. Nicht wegen der zahlreichen netten Menschen, die ich dort kennenlernen durfte. Sondern wegen der Art und Weise, wie die leitenden Personen mit von mir geäußerter sachlicher Kritik an deren Entscheidungsfindung umgingen. „Coronoia: Unerwünschte Kritik“ weiterlesen

Coronoia: Empfehlungen vom 16.05.22

Tja, irgendwie ist die Luft völlig draußen. Pirmasens hat rund 40.000 Einwohner. Im Winter sollen es mal 400 Menschen gewesen sein, die teils illegal und unter permanenter Androhung von Bußgeldern und anderweitiger politischer Verfolgung wegen Gessler-Lappen-Verweigerung „spazieren“ waren. Heute waren es 13. Wir vergeuden gerade allen Ernstes den dritten Sommer in Folge. Wir werden uns wieder nicht wehren. Und wir werden wieder, wie die Häftlinge nach dem Freigang, in unsere immer kleiner werdenden Zellen zurückkehren. DAS frustriert mich mehr als alles andere. „Coronoia: Empfehlungen vom 16.05.22“ weiterlesen

Coronoia: Aus der Puste

Am Sonntag drehte ich mit vier anderen Ungeschlumpften eine angenehme Tour im Übergang zwischen dem Pfälzerwald und der Sickinger Höhe. Dabei war in der Summe die An- und Abreise sogar reicher an Kilometern als die eigentliche Tour. 😉 Nach einem philosophischen Ausklang auf einer schönen Sitzgelegenheit bei Petersberg begleitete ich den Kumpel, mit dem ich auch schon öfters an Freitagen durch die Wälder ritt, noch bis vor die Tore von Pirmasens. Ich fuhr dann rechts die abenteuerliche HBR-Route hoch Richtung Gersbach. Auf dem letzten steilen Stückchen sah ich vor mir einen anderen Mountainbiker, der für einen Moment kurz anhielt. „Coronoia: Aus der Puste“ weiterlesen

Gekappte Leitungen

Was haben die Neoliberalen und Marktradikalen uns damals nicht alles erzählt, wie viel besser alles werde, wenn bspw. die Bundespost zerschlagen und der Rest in Form des magentafarbenen Riesens auf Profit getrimmt wird. Und viele „Mitwettbewerber“ aufgrund der „Konkurrenz“ jenen trägen, ehemals von Beamten bevölkerten Laden zu deutlich mehr Motivation antreiben. Wir hier in meinem Kaff, ein in den 70er Jahren eingemeindeter Vorort von Pirmasens, hatten schon in den Nullerjahren zu spüren bekommen, was das heißt, wenn man bspw. auch die Versorgung mit kritischer und untrennbarer Infrastruktur eben jenem „Wettbewerb“ unterwirft. „Gekappte Leitungen“ weiterlesen

Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 4)

Es scheint doch noch zu werden; so ganz allmählich. Leider fiel heute wegen des nächtlichen Wintereinbruchs in der Pfalz der samstägliche Waldspaziergang, als auch das anschließende Abendprogramm aus. So drehte ich meine tägliche Runde mit dem MTB über die teils ordentlich angezuckerte Sickinger Höhe und kaufte gegen Abend nochmal im Edeka und Kaufland etwas ein. Und ich muss sagen, dass ich einen gewissen Fortschritt beobachten konnte; die Quote der Belappten lag gefühlt nur noch bei 60 bis 70 Prozent. Das sind natürlich jedes Mal nur Momentaufnahmen, aber gerade die ganzen unsicheren Mitläufer scheinen sich dann doch vermehrt zu trauen, ihr Antlitz zu entblößen. Interessant fand ich einzelne Ehepaare; der/die eine verhüllt, der/die andere nackig. „Coronoia: Die Entlappungsphase (Teil 4)“ weiterlesen